Dieser Band enthält Arbeiten, die seit Beginn der Berliner Lehrtätigkeit des Autors im Jahr 1992 erschienen sind. Ein Teil der Beiträge sind der kritischen Ortsbestimmung der Philosophie gewidmet, die im Anschluss an den Titelaufsatz auch auf das gedankliche Erbe von Descartes, Kant, Hegel, Marx und der Kritischen Theorie zurückgreifen. Unter dem Titel "Sinn in der Geschichte" wird das Historismus-Thema erneut aufgenommen. Die übrigen Texte beziehen sich auf Grundprobleme der modernen sprachanalytischen Philosophie. Den Abschluss bildet eine Arbeit über "Rationalitätstypen", in der Schnädelbach den Grundriss einer umfassenden Rationalitätstheorie präsentiert.
Leitmotivisch verbunden sind die Aufsätze dieser Sammlung, so Josef Früchtl in seiner Kurzbesprechung, durch die Frage, was die Moderne ausmacht und welche Philosophie ihr angemessen ist. Der Rezensent hebt besonders den gegen den Hegelianismus von Habermas gewendeten Kantinismus des Autors hervor. Erst wenn eine Philosophie "vollständig reflexiv" und "dezentriert" ist, sei sie einer Zeit ohne "Gott, die Natur, die Geschichte oder andere Götzen" adäquat. Der Rückgriff auf Kant gilt dem Faktor der "Endlichkeit", durch den für Schnädelbach die Philosophie wieder eine "Orientierungsfunktion" erhält, die jedoch ohne "Gewissheitsansprüche" geleistet werden muss.
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