Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land. Sie nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2011
Zum Glück gibt es das Internet. So gelingt Hilal Sezgin ein unkitschiges Buch, wie Verena Mayer findet, sehr sympathisches Buch über das Landleben einer Kulturjournalistin. Sympathisch findet Mayer auch das rückhaltslose Sich-Aussetzen der Autorin, ihr Sich-Einlassen auf den Rhythmus des lieben Viehs, auf kranke Gänseriche und mastgestörte Hühner. Wie Sezgin ihre Erfahrungen aufschreibt, unprätenziös und plastisch, gefällt Mayer, schon, weil sie sich von der Autorin nicht dazu gedrängt fühlt, es ihr gleichzutun oder sie als heroische, das bequeme Stadtleben gegen Kuhmist eintauschende Aussteigerin zu bewundern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2011
Etwas bange ist es Claudia Koppert, selbst erprobte Landbewohnerin und Autorin, schon, angesichts von Hilal Sezgins unerschrockenen Auszugs in die Lüneburger Heide, von dem sie in ihrem jüngsten Buch berichtet. Dass das Unterfangen sich geradezu märchenhaft entwickelt und die Autorin sich erfolgreich in die Dorfgemeinschaft integriert, freut die Rezensentin, zumal bei aller Idylle natürlich auch Sezgin nicht von Schwierigkeiten und Leid verschont bleibt. Dass die Autorin aber unbefangen für sich die Seiten des Landlebens entdeckt, die die langjährigen Dorfbewohner längst als unökonomisch abgetan haben - Gemüse selber ziehen und ein paar Hühnern das Gnadenbrot geben - hat sich Koppert gern erzählen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2011
Die Rezensentin Sarah Elsing stutzt erst mal schon. Jetzt reiht sich auch noch die Publizistin Hilal Sezgin in die Reihe derjenigen ein, die der Zivilisation einen Rückzug aufs Land entgegenzusetzen versuchen. Und natürlich hat sie auch noch ein Buch darüber geschrieben. Aus Frankfurt zog Sezgin in ein Dorf in der Lüneburger Heide und schildert nun ihr Leben mit Lämmern und Hühnern und den Früchten des heimischen Gartens. Manchmal findet Elsing das wohl schon nicht ganz leicht erträglich. Insgesamt aber werde es durch Anflüge von Selbstironie gemildert, und die leidenschaftlichen Beschreibungen dieses ganz unstädtischen Lebens gewinnen öfter als nicht dann doch eine ganz eigene Überzeugungskraft.
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