Patrick Findeis

Kein schöner Land

Roman
Cover: Kein schöner Land
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2009
ISBN 9783421044174
Gebunden, 208 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Rottensol ist ausgeblutet: Neben zwei Bauernhöfen gibt es nur den Schützenverein und die spärlich besuchte Wirtschaft "Gambrinus", die von Angelika und Alfons, dem Flüchtling, geführt wird. Ihr Sohn Uwe träumt davon, dies alles hinter sich zu lassen; er ist Zimmerergeselle und geht auf die Walz, möchte bis nach Afrika. Aber ein vorgetäuschter Hilferuf der Mutter holt ihn frühzeitig zurück nach Rottensol, das nun noch unerträglicher ist: Olaf, der einzige Freund von früher, ist verschwunden, seit die Schlosserei seines Vaters in Flammen aufgegangen ist, und Uwes Jugendliebe Nicki lebt mit dem drogenabhängigen Mirko zusammen. Uwe verbringt nun seine Tage und Nächte mit Mirko in dessen baufälligem Haus - und flüchtet in eine Welt, in die ihm niemand folgen kann. Für sein Debüt hat Patrick Findeis in Klagenfurt den 3sat- Literaturpreis gewonnen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.08.2009

Abziehbilder von Tragik und Unglück, von Schuld und Abhängigkeit, macht Rezensent Christoph Schröder enttäuscht in dieser "Antiidylle" einer Dorfgeschichte aus. Und zwar alles eher etwas zu dick aufgetragen, "mit dem Hammer zersplittert", wie der Rezensent das ausdrückt. Das enttäuscht ihn umso mehr, als Patrick Findeis mit einem "wunderbaren Auszug" aus seinem Buch vergangenes Jahr in Klagenfurt den 3sat-Preis gewann. Zwar gibt es laut Schröder im Roman mehrere Passagen, in denen eine "kühle, distanzierte Sprache" einen intensiven Eindruck vermittelt. Aber dann springe der Autor zwischen seinen vielen Zeit- und Handlungsebenen wieder ansatzlos hin und her, ohne dass Schröder einen ästhetischen Mehrwert in dieser Technik erkennen kann. Auch inhaltlich leidet der Roman an einem Klischeeüberhang, wie man liest.
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