Ruhrgebiet, Mitte der achtziger Jahre: Volker Winterberg arbeitet als Zivildienstleistender im Seniorenheim und schreibt Gedichte. Er träumt davon, ein Dichter zu werden wie Peter Rühmkorf und die Leute von der Gruppe 47. Aber vorläufig muss er noch frühmorgens seine Alten für den Tag vorbereiten. Die übrige Zeit verbringt er trinkend, rauchend und schreibend in Kneipen, die Nächte öfter in fremden Betten.
Ein Kurztrip per Anhalter und ohne Geld nach Paris inspiriert ihn zu seinem bislang besten Gedicht, und dann gewinnt er die Teilnahme an einem Treffen für Nachwuchsschriftsteller in West-Berlin. In der geteilten Stadt lernt er Heiner Müller kennen, den jungen, eigentümlichen Dichter Thomas und vor allem Katja, die mit Volker Ausflüge an die Mauer macht und ihm nach seiner Rückkehr Liebesbriefe schreibt. Als Volker ein zweites Mal nach Berlin reist, beginnt ein turbulentes Abenteuer mit Katja und eine verwickelte Odyssee durch das alte West-Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2018
Martin Halter findet den Helden aus Hilmar Klutes Romandebüt sehr sympathisch. Den schreibenden Zivi oder Scheiße wegputzenden Dichter Volker begleitet er gerne aus dem Pott in das Berliner Bohemeleben, trifft Grass und die Bachmann bei einer Sitzung der Gruppe '47 und labt sich an Klutes sprachlicher Reife und seinem ironisch-eleganten Stil. Dass der Autor mitunter allzu selbstgefällig fabuliert, Bonmots abfeuert und Pointen bastelt, kann er verkraften. Die Beschreibung der Pflegeheim- und der Literaturbetriebsatmosphäre findet er bestechend genau. Der "Bildungsroman eines Dichters" und die Geschichte der deutschen Nachkriegsliteratur in "hübschen Porträt-Vignetten", so Halter.
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