Mit einem Vorwort von Henriette Reker. Köln ist eine Stadt der Superlative mit den meisten romanischen Kirchen, dem größten gotischen Dom, den Mauern und Türmen aus 2000 Jahren Verteidigungsanlagen (vom Römerturm bis zu den Bunkern), dem größten innerstädtischen Grünsystem mit den Inneren und Äußeren Grüngürteln - und aus den letzten 100 Jahren - ein Superlativ, der weltweit einmalig ist. Dieses Buch ist eine reich illustrierte Dokumentation, die mehr als 200 Sakralbauten, die in Köln in den letzten 100 Jahren gebaut wurden. Christliche (evangelisch, katholisch, neuapostolische, adventistischen u.a.), jüdische und muslimische Gebäude geordnet nach Stadtgebieten. Grundlegende Bauten der Moderne entstanden bei den epochalen Ausstellungen von 1914 und 1928 mit dem Glashaus von Bruno Taut und der Stahlkirche von Otto Bartning, sowie im Zuge der Reformbewegungen der katholischen Kirche mit Bauten vor allem von Dominikus Böhm. Zusätzlich erfolgte damals die sachliche Neuinterpretation von Ausstattungen alter Kirchen, wie z.B. St. Georg durch Clemens Holzmeister. Der Zweite Weltkrieg beschädigte Köln schwer und erforderte in seiner Folge auch durch den Zustrom zahlloser Gefüchteter den Bau neuer Sakralbauten, die ein wunderbares Spiegelbild unterschiedlicher Architekturströmungen sind. Die großen Architekten Deutschlands gaben sich dabei in dieser Stadt die Klinke in die Hand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2025
Rezensent Andreas Rossmann ist begeistert von der opulenten, klug komponierten Bestandsaufnahme, mit der Hiltrud Kier und Martin Struck zeigen, wie der Katholizismus in Köln architektonisch modern wurde. Ausgehend von ikonischen Bauten wie Dominikus Böhms St. Engelbert, der einst als "Zitronenpresse" verspottet wurde und heute als Schlüsselwerk gilt, entfaltet das Buch ein Panorama eines Jahrhunderts Sakralbau. Rossmann hebt die "einzigartige Qualität, Vielfalt und Fülle" der Nachkriegsjahre hervor, als freischaffende Architekten und ein progressives Erzbistum neue Raumformen wagten und liturgische Reformen vorwegnahmen. Der Band versammelt 208 Bauten, nüchtern katalogisiert, aber von großer Suggestivkraft. Gerade die Zurückhaltung im Urteil macht den drohenden Verlust spürbar und lädt zu "Nutzungsphantasie" ein: ein ansteckender Blickwechsel auf einen gefährdeten Kirchenschatz.
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