Hirokazu Koreeda

So weit wir auch gehen

Roman
Cover: So weit wir auch gehen
Iudicium Verlag, München 2020
ISBN 9783862051267
Kartoniert, 150 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen übersetzt, eingeleitet und mit einem Glossar versehen von Reinold Ophüls-Kashima. Eine Publikation der OAG Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Tokyo. Der Filmregisseur Koreeda Hirokazu veröffentlicht auch regelmäßig Romane zu seinen Filmen. 2008 kam der Film "Aruite mo aruite mo" ("So weit wir auch gehen", bekannt unter dem englischen Titel "Still Walking") in die Kinos, während fast zeitgleich auch der Roman erschien. Der Film schildert mehr oder weniger chronologisch die Begebenheiten während eines Familientreffens auf dem Lande anlässlich des fünfzehnten Todestages des älteren Sohns am Ende des Sommers. Der Roman selbst berichtet die Ereignisse aus der Perspektive des Ich-Erzählers Yokoyama Ryōta, wobei im Gegensatz zum Film Erinnerungen an Kindheit und Jugend wie auch die Geschehnisse nach dem Wochenende wie z.B. der Tod von Vater und Mutter ausführlich geschildert werden. Eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt der besagte jüngere Bruder Yokoyama Ryōta, ein moderner japanischer Mann von heute - Großstädter, von Beruf Restaurateur und verheiratet mit der Kuratorin Yukari, die einen Sohn aus erster Ehe in die Verbindung mitbrachte. Schnell werden während der Familienfeier, an der neben den Eltern auch die Familie der Schwester teilnimmt, die Spannungen innerhalb der Familie deutlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2020

Rezensent Steffen Gnam schätzt den gnadenlosen Blick des japanischen Autors und Regisseurs Hirokazu Koreeda auf Familiendramen, "überkommene Traditionen" und Geschlechterklischees. In dem im Original bereits 2008 erschienenen Roman, der wie der Film "Still Walking" vom langsamen Zerfall einer Familie in mehreren Generationen erzählt, stößt der Kritiker einmal mehr auf Koreedas Beschreibungskunst und dessen Gespür für sich zuspitzende Konflikte und Abgründe. Allein wie der Autor Motive wie Trauer, Leid des Alters und gebrochene Versprechen mit einem "Abgesang auf das alte Japan" verknüpft, hat den Rezensenten tief beeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2020

Im Jahr 2008 erschien Hirokazu Koreedas Film "Aruite mo aruite mo/Still walking", im Jahr 2016 veröffentlichte der japanische Filmemacher die Geschichte auch als Roman, weiß Rezensent Fritz Göttler. Noch einmal folgt der Kritiker der akkurat und mit langem Atem erzählten Schilderung eines Familientreffens, gedenkt mit Eltern und Geschwistern der Familie Yokoyama des toten Sohnes, blickt - anders als im Film - aber auch über den erzählten Tag hinaus in die Zukunft. Dass Götzler Koreedas Roman mochte, ahnt man zwischen den Zeilen.

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