Horst Siebert

Der Kobra-Effekt

Wie man Irrwege der Wirtschaftspolitik vermeidet
Cover: Der Kobra-Effekt
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 2001
ISBN 9783421055620
Gebunden, 292 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

"Was passiert eigentlich, wenn eine ganze Volkswirtschaft verfehlten Vorstellungen folgt?" Die Politik greift heute gerne "ad hoc" ein, sie liebt den "quick fix". Holzmann in der Krise - der Kanzler ist da. Der Politiker wird zu einem Spontan-Krisenmanager. Auch Schröder verfolgt eine reaktive und nicht so sehr eine gestaltende Politik. Gerade bei der Frage, wie sich falsche politische Anreize vermeiden und richtige geben lassen, ist es damit aber nicht getan. Langfristig machen sich die kurzfristig überspielten wirtschaftlichen Zwänge immer bemerkbar - zu Lasten der Menschen. Nur eine Wirtschaftspolitik, die selbst langfristig angelegt ist, ist auch in der Lage, die richtigen Rahmenbedingungen für den Wettbewerb zu setzen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.12.2001

In diesem Buch geht es um den Standort Deutschland auf dem Weltmarkt, schreibt Godehard Weyerer. Das Hauptproblem in Deutschland sind für den Autor falsche Anreize, die die Politik geschaffen hätte, schreibt Weyerer: Der Kieler Dozent schwört auf den freien Markt, Angebot und Nachfrage müssten den Wettbewerb regeln, resümiert der Rezensent. Geringere Wochenarbeitszeiten, Verzicht auf Überstunden oder einheitliche Löhne? Alles quatsch, meint der Autor laut Weyerer. Der Rezensent bewertet das vorliegende Buch nicht explizit, nimmt aber zu den politischen Ansichten des Autors pointiert Stellung. Wenn der Autor schon steigende Produktivität als einzige Möglichkeit sehe, Arbeitsplätze zu schaffen, müsse dieser auch sagen, wie hoch die Produktivität sein müsse. Auch wünscht sich der Rezensent, dass der "soziale und ökologische Sinn von Wirtschaftspolitik" mehr beachtet werden müsse.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2001

Karen Horn prophezeit diesem Buch eine Halbwertzeit von gerade mal einem halben Jahr. Dies findet sie jedoch nicht schlimm, denn gerade die Tatsache, dass der Autor die Themen aufgreift, die derzeit öffentlich diskutiert werden, weiß sie sehr zu schätzen: "Das Werk sollte staatsbürgerliche Pflichtlektüre sein", findet sie. Wie der Leser erfährt, geht es hier vor allem um Anreize: Anreize für Sozialhilfeempfänger, Arbeit anzunehmen, Anreize im Zusammenhang mit Zuwanderung, Altersvorsorge, in der Gesundheitspolitik, aber auch um Themen wie Globalisierung, Nizza und Geldstabilität. Horn findet in diesen Ausführungen "viel Vertrautes und um so mehr Bedenkenswertes", weil Siebert die "ordnungspolitischen Schieflagen" in der Republik deutlich aufzeige. Darüber hinaus hat ihr die Lektüre offensichtlich durchaus Vergnügen bereitet: Sie lobt die gute Lesbarkeit des Bandes, den "bei aller argumentativen Präzision (...) leichten Plauderton" und die vielen Anekdoten und auflockernden Zitate berühmter Persönlichkeiten des Zeitgeschehens.
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