Wien 1921. In der Melchiorgasse im 7. Gemeindebezirk liegen bittere Armut und Luxus nahe beieinander: Kuppler, erbarmungslose Geschäftemacher und Spekulanten verkehren hier ebenso wie durch die rasende Nachkriegsinflation verarmte Bürger, zur Prostitution gezwungene junge Frauen und das Wiener Lumpenproletariat. Die Hoffnung auf ein besseres Leben scheint hier nur Schimäre.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2012
Sehr freundlich nimmt Franz Haas diesen Roman von 1924 auf, den er zwar literarisch höchstens als Gassenhauer durchgehen lässt, als Gesellschaftsbild seiner Zeit aber ziemlich stimmig findet. Hugo Bettauer erzählt die Geschichte eines in seiner Armut unschuldig und anmutig gebliebenen Mädchens, das von einem edelmütigen Journalisten geliebt und gerettet wird, informiert der Rezensent, der auch bemerkt, dass G.W. Papst die Schmonzette mit der blutjungen Greta Garbo verfilmt hat. "Der Autor pokert wild und gewitzt um Emotionen", räumt Haas ein, der das alles nicht ganz ernst nimmt, aber doch vergnügt gelesen hat.
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