Alwan ist ein Mann aus Mesopotamien, ein Mann aus den Sümpfen. Sein Schicksal führt ihn in die Märchenstadt Bagdad, wo die Herren des totalitären Regimes ihren Krieg gegen die eigene Bevölkerung und die Nachbarländer führen. Alwan, der Marschländer, will nicht in den Krieg gezogen werden, er hat mit dem politischen System nichts am Hut. So kehrt er Bagdad den Rücken und flieht über Damaskus nach Beirut. Das ist nicht ungefährlich. Auf seinem langen Weg lernt er viel, über die Palästinenser und den Nahen Osten. Sein Weg endet schließlich in Berlin. Er kann nicht anders, immer wieder zwingen sich ihm Vergleiche auf, des deutschen Alltags und der Befindlichkeiten mit jenen in der verlorenen Heimat. Al-Mozany beschreibt einfühlsam, tiefgründig und schon gar nicht unbeteiligt das Schicksal eines in die Flucht gejagten jungen Mannes. "Der Marschländer" ist sein erster Roman in deutscher Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2000
Stefan Weidner ist sehr angetan von dem ersten auf deutsch geschriebenen Roman des irakischen Autors. Es ist ein "feinsinniger Text", lobt er, der durch die Reisebeobachtungen des naiven Helden Deutschland so fremd erscheinen lasse wie das zuvor besuchte Beirut. Der Roman sei "sprachlich makellos" und in seinem Aufbau fast streng linear, wage also erzählerisch nur "geringen Einsatz", womit der Autor jedes lärmende Heischen um Aufmerksamkeit vermeide. Trotz der stillen Art, mit der Al-Mozany seine Geschichte entfaltet, hat er doch viel zu erzählen, schwärmt der Rezensent, der sich an Kafkas "Der Verschollene" erinnert fühlt.
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