Ida Fink

Die Reise

Cover: Die Reise
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783633542512
Gebunden, 238 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Klaus Staemmler. Mit einem Nachwort von Monika Maron. Herbst 1942 in Polen: Zuerst nennen sie sich Katarzyna und Elzbieta, die beiden ungleichen Schwestern, junge polnische Jüdinnen, die die Flucht aus dem Ghetto als ihre letzte Überlebenschance erkennen. Unter falschen Namen melden sie sich als Polinnen zur Zwangsarbeit ins Feindesland nach Deutschland. Es ist der Anfang einer sich fortsetzenden Flucht vor Verleumdung, Verhaftung, Tod. Wie lernt man lügen im Augenblick einer drohenden Entlarvung, wie wird man schlau, wie verwandelt man sich in jemanden, der man nicht ist, und verbirgt das wahre Selbst im Innern? Beschrieben wird die Odyssee der beiden Schwestern als eine "Reise" durch alle Bezirke menschlichen Fühlens, Bangens und Hoffens. Eine Flucht, deren Ziel es zu verfehlen galt: Auschwitz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2011

Ida Finks Roman ist im polnischen Original bereits 1990 erschienen, dass er nun ins Deutsche übersetzt wurde, freut den Rezensenten Jakob Hessing sehr. Ebenso sehr bedauert er, dass die Autorin vorige Woche verstorben ist. Was Ida Fink lakonisch "Reise" nennt, erzählt tatsächlich von einer Höllenfahrt, macht Hessing sehr unmissverständlich klar. Denn die Autorin erzählt darin, wie sie, um als Jüdin im besetzten Polen der Gestapo zu entkommen, als polnische Zwangsarbeiterin nach Deutschland ging. Dort musste sie als Polin nur fürchten, von den Deutschen ausgebeutet, nicht aber ermordet zu werden, so die verzweifelte Überlegung. Und da sie tatsächlich überlebt hat, kann sie in ihrem Roman aus Sicht der Opfer schildert, wie es während der Kriegsjahre im Land der Täter ausgesehen hat. Ein seltener Fall, dem wir bittere Schilderungen von Herrenmenschentum verdanken. Hessing hat dies mit großer Anteilnahme gelesen. Eingenommen hat ihn auch das schöne Nachwort von Monika Maron.
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