Herausgegeben von Georg Mohr. Als Immanuel Kant (1724-1804) im Jahr 1781 die erste seiner drei Kritiken, die Kritik der reinen Vernunft, veröffentlichte, läutete er damit einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte ein. Anläßlich des Kant-Jahres 2004 sind nun Kants zentrale Texte zur theoretischen Philosophie - die Kritik der reinen Vernunft, die Prolegomena und die Preisschrift über die Fortschritte der Metaphysik - auf der Grundlage der Originalausgaben neu ediert worden. Ein textkritischer Apparat verzeichnet dabei wichtige Lesarten sowie Varianten aus den zu Kants Lebzeiten erschienenen Auflagen und aus bewährten Werkausgaben. Der detaillierte Kommentarband enthält einen ausführlichen Werk- und Stellenkommentar zu den drei Schriften und erschließt die Konzeption, den Aufbau und die zentralen Thesen der theoretischen Philosophie Kants. Der Kommentar richtet sich auch an ein breiteres Publikum und gibt eine umfassende und verständliche Einführung in Kants theoretische Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2004
Rezensent Reinhard Brandt zählt Georg Mohrs dreibändige Ausgabe theoretischer Schriften Immanuel Kants zu den "wichtigen Neuerscheinungen des Jahres". Wie er berichtet, bieten die ersten beiden Bände Kants Schriften "Kritik der reinen Vernunft", die "Prolegomena" und "Welches sind die wirklichen Fortschritte, die die Metaphysik seit Leibniz' und Wolffs Zeiten in Deutschland gemacht hat?", im dritten Band folgen Einleitungen, Werkkommentare und Stellenkommentare. Eine Gliederung, die Brand als "sehr nützlich" für das "genauere Studium" empfindet. Er lobt die ausführlichen Literaturverzeichnisse, die Personen- und Sachindizes und die Lebens- und Werktafel. Überzeugt hat ihn Mohrs Kommentar, den er als "gelehrt" und "unprätentiös" würdigt. Er wende sich nicht nur an ein Fachpublikum, bringe einen ausgewogenen Überblick über die frühere und die letzte Forschung und setze vorsichtig eigene Akzente. "Wichtig" erscheint Brandt auch die von Mohr vorgenommene Rückbindung von Kants philosophischen Gedanken an die Probleme, aus denen sie erwachsen: "Erst auf der historisch fundierten Grundlage können Linien in spätere Problemlagen ausgezogen werden, wie Mohr es in der Raumtheorie, der Frage synthetischer Urteile a priori und Fragen von Freiheit und Determinismus tut."
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