Ein gescheiterter Putschversuch und mehrere Terroranschläge erschüttern 2016 die Türkei. Trotz der explosiven Lage kommt Recep Tayyip Erdogan seinem Ziel, als Präsident uneingeschränkter Herrscher über die Türkei zu werden, immer näher.
Inga Rogg zeichnet Erdogans Werdegang vom Reformer zum Autokraten nach. Eingebettet in die Geschichte des Landes, zeigt ihre Analyse, welches Ziel er mit der Errichtung der "neuen Türkei" verfolgt und welche Auswirkung seine repressive Politik hat.
Rogg untermauert ihre Ausführungen mit Reportagen, in denen unterdrückte Minderheiten ebenso zu Wort kommen wie Anhänger von Erdogan, und vermittelt so ein Stimmungsbild des zutiefst zerrissenen Landes.
Dieses Buch ist eine umfassende und differenzierte Analyse von Erdogans Politik: von seinen Anfängen bis zur brisanten Volksabstimmung über die Verfassungsänderung im April 2017. Es zeichnet ein Bild einer zerrütteten Gesellschaft, deren Minderheiten durch Erdogans Machtausdehnung immer mehr an die Wand gedrängt werden und enthält eine kritische Betrachtung der Rolle des Westens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2018
Rezensent Wolfgang Taus rechnet seiner Kollegin, der Türkeikorrespondentin für die NZZ, Inga Rogg, die Expertise hoch an, die sie bei einem Porträt der gespaltenen Türkei unter Erdogans Führung an den Tag lege. Es gibt ihm Aufschluss über ein "Land zwischen Mythos und Realität", schreibt Taus, der mit seiner Inhaltswiedergabe seine genaue Lektüre unter Beweis stellt.
Beate Seel erhält mit dem Buch der NZZ-Türkei-Korrespondentin Inga Rogg einen Blick auf eine gespaltene Nation. Nicht als Geschichte der Gezi-Proteste oder der deutsch-türkischen Beziehungen versteht sie den Band, sondern als sachliche Landesgeschichte vom Osmanischen Reich bis heute, gut geeignet, um Kenntnisse über die Türkei zu vertiefen. Dass die Autorin sich bei aller Kritik an Erdogan einen offenen Blick bewahrt und die Positionen ihrer Interviewpartner nachvollziehbar darstellt, rechnet Seel ihr hoch an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2017
Luisa Seeling sieht ein krisenhaftes Bild der Türkei in der Darstellung der NZZ-Korrespondentin Inga Rogg. Dass es Erdogan um nichts als den Machterhalt geht, vermag die Autorin ihr glaubhaft zu vermitteln. Skeptisch ist Rogg, was die Stabilität des Systems anbelangt, meint Seeling. Roggs politischer Bestandsaufnahme fehlt laut Rezensentin die positive Perspektive fast vollständig, auch wenn die Autorin den Geist von Gezi noch für lebendig hält. Gut gefallen hat Seeling der Blick auf die Vorgeschichte von Erdogans Siegeszug.
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