Diese Schrift bietet eine Möglichkeit des Unterschlupfs, ein Biwak mitten in der Blindheit der menschlichen Seele. Kigo - japanisch, Jahreszeitenwort oder die Kernerleuchtung eines Haiku. Nach "Tang und Distel", dem "Pflanzenbuch" von Ingram Hartinger, nun sein "Wetterbuch" - ein tractatus meteorologicus. Darin streunt ein unnennbarer Irgendwer umher, mal Wetterwart, mal scheiternder Maler, und an den Ort der Liebe, an das "gesellschaftliche Wetter", denkt er mit Schmerzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2012
Martin Kubaczek wird selbst ganz poetisch in seiner Besprechung von Ingram Hartingers Prosaband "Kigo". Derart mit Wucht hat ihn das sprachgewaltige, energiegeladene Werk des Autors erwischt, das hier, wie er schreibt, Stimmungsfelder bestellt entlang der Jahreszeiten, Natur- und Wettererscheinungen und einer diskreten Liebe. An japanische Dichtung erinnern ihn Hartingers Texte gleich in mehrfacher Hinsicht. Zurücknahme, Topoi, Akribie findet er hier wie dort. Bei Hartinger weiterhin die Suche nach dem Selbst wie die zornige, nicht lamentierende Kritik, wie Kubaczek festhält, an Konsum und die Sanglosigkeit der modernen Welt.
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