Ingrid Jander

Politische Verfolgung in Brandenburg 1949-1953

Der Kampf gegen Ost-CDU, Bauern und Kirchen im Spiegel der Akten von SED und Staatssicherheit
Cover: Politische Verfolgung in Brandenburg 1949-1953
Droste Verlag, Düsseldorf 2012
ISBN 9783770019106
Gebunden, 628 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Die Errichtung des stalinistischen Regimes in der SBZ/DDR war insbesondere in der Phase der Machtetablierung von ideologisch motivierten Verfolgungswellen begleitet. Bedrängt wurden letztlich alle politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen, die der Durchsetzung des kommunistischen Monopolanspruchs im Wege standen. Die Studie untersucht die Phasen der Frühgeschichte der DDR, in denen einzelne Gruppen speziell Christliche Demokraten, Großbauern und Mitglieder der Kirchen verstärkter Verfolgung durch das Regime ausgesetzt waren. Vor dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen der Jahre 1949 bis 1953 wird hier die frühe Phase des SED-Regimes dargestellt, das seiner Bevölkerung bis zuletzt den Grauschleier der Entmündigung (Detlef Pollack) auferlegte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2012

Leider kann Ingrid Jander die Erwartungen nicht erfüllen, die Martin Sabrow in sie und ihre Studie gesetzt hat. So gut erforscht die Entstehungsphase der DDR Sabrow erscheint, so überrascht zeigt er sich, wie ergiebig Janders regionalgeschichtlicher Zugriff zunächst ist. Die Bekämpfung politischen Widerstands gegen die SED in den Milieus und Institutionen der Ost-CDU, der evangelischen Kirche und der Bauernschaft kann Jander dem Rezensenten in all ihrer Monotonie schildern. Die Hintergründe, die Motivation und die Energie für den Terror jedoch vermag die Autorin laut Sabrow nicht zu erhellen. Ihre Täter-Opfer-Einteilung ist Sabrow zu holzschnitthaft. Der erschöpfenden empirischen Darstellung folgt laut Sabrow leider keine befriedigende Erklärung des Phänomens. Für eine Erfassung der Herrschaftsmechanismen der SED und ihrer Massenmobilisierung, meint Sabrow, müsste die Autorin den Interpretationsrahmen unserer toleranten Gegenwartsgesellschaft immerhin probeweise verlassen.

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