Herausgegeben im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung. Georg Dertinger, Generalsekretär der Ost- CDU und erster Außenminister der DDR, verbüßte mehr als elf Jahre im Zuchthaus, weil er bei den Stalinisten in Ungnade gerfallen war. Denn er hielt auch als Außenminister an der deutschen Einheit fest, während SED und Sowjets auf einen "sozialistischen" Separatstaat DDR zusteuerten. In der CDU war der gelernte Journalist höchst umstritten, da er seit 1945 einen Kurs der Anpassung an SED und Besatzungsmacht unterstützte. Der Autor schildert das Leben und Wirken Dertingers in der Weimarer Republik, der Nazizeit, der Sowjetzone und der frühen DDR.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006
Erhellend findet Günther Heydemann diese Biografie über den heute nahezu vergessenen ersten Außenminister der DDR, Georg Dertinger, die Peter Joachim Lapp vorgelegt hat. Eingehend zeichne Heydemann die Karriere Dertingers nach, der sich als Journalist mit den Nazis einließ, später mit dem Sowjetischen Geheimdienst kooperierte, DDR-Außenminister wurde, um schließlich in einem Geheimprozess zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt zu werden. Heydemann hebt hervor, dass Lapps Arbeit auf umfassenden Archivrecherchen und zahlreichen Befragungen von Zeitzeugen basiert. Auch wenn die Biografie nicht unbedingt ein "neues Bild" des Politikers ergebe, so erklärt sie nach Ansicht Heydemanns doch "wesentlich genauer" als bisher, "weshalb Dertinger zu einer deutschen Unperson werden konnte".
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