Gott ist noch lange nicht tot. Um das zu wissen, braucht es keine Männer, die im Namen ihres Gottes sich und andere töten. Andererseits ließen diese Männer uns alle aufschrecken aus unserem Traum der Vernunft und machten uns schrecklich klar: Gott lebendig ist, solange an ihn geglaubt und in seinem Namen gehandelt wird. Ob der Islam als Religion missbraucht wird, ob westliche Youngsters satanistische Totenmessen zelebrieren, ob die katholische Liturgie als feste Burg beschworen oder die Annäherung des Schöpfungsgedankens an die Gentechnik gesucht wird - es ist Zeit für eine Bestandsaufnahme des Gottesglaubens in der aufgeklärten, scheinbar aufgeklärten und nichtaufgeklärten Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2002
Jahrhundert steht. Die unter dem Titel "Gott ist tot und lebt" verfassten Beiträge sind aber bis auf den Text von Martin Mosebach lediglich von kühl argumentierender oder flapsig berichtender Art, so Alexander Kissler. Wie wir aus der Rezension erfahren, gibt der Frankfurter Schriftsteller Mosebach der Kirche die Mitschuld an dem Verlust der Attraktivität des Glaubens, sowie an der Kapitulation der Kirche vor dem Zeitgeist. Dieser "leidenschaftliche Aufruf" ist für Kissler ein "Solitär" unter den ansonsten blassen Beiträgen, in denen zum Beispiel Sylke Tempel ihre Sympathie mit den säkularen Juden bekundet, oder Werner Schiffauer den fundamentalistischen Islam an seinen Inneren Widersprüchen zugrunde gehen sieht.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…