Aus dem Amerikanischen von Mickey Gondswaard. Im Winter des kurdischen Jahres 2613 kommt der junge Alan nach New York City. In jene Stadt, die aufzusuchen niemandem guten Gewissens geraten werden kann. In jene ?Kolonie kriechend-krabbelnder, namenloser Einwohner, von denen keiner dieses gute Englisch spricht, wie Sie und ich es sprechen?. Alan ist Kurde. Und er erhält den Auftrag, Frau und Kinder eines Türken umzubringen. An einem Wochenende, da der türkische Geschäftsmann unterwegs sein wird, soll der Mord geschehen. Doch Alan erfährt rechtzeitig, dass die Frau des Türken beabsichtigt, ihren Mann zu verlassen, wegen eines amerikanischen Tennislehrers, wie man ihn aus Film, Funk und Fernsehen kennt. Genau an diesem Wochenende ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.01.2001
Nicht ganz stimmig findet Martin Lüdke Irene Disches Kriminalroman, der seiner Meinung nach auch gar kein wirklicher Kriminalroman ist. Es geht um einen Kurden, der in New York ein inszeniertes Leben lebt, um so unauffällig einen ehemaligen türkischen Politiker samt Familie umbringen zu können. Komisch ist seiner Meinung nach vor allem die Kombination von Genres, die in diesem Buch versucht wird. Nicht alles ist wörtlich zu nehmen - Lüdke verortet "parodistische Züge" - aber wo Disches Erzählansatz hinführen soll, ist ihm nicht so klar. "Die Eignung des Thrillers als Übungsgelände für den ethnomethodologischen Blick, über den Irene Dische zweifellos verfügt, darf bezweifelt werden." Lüdke mutmaßt am Ende, dass Dische hier eine Zweitverwertung ihres Drehbuchs "The Assassin`s Last Killing" versucht und fühlt sich deshalb ein bisschen veralbert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2000
Eine Kurzbesprechung nach dem üblichen Muster: "kamü" führt in die Geschichte eines kurdischen Profikillers ein, den ein verpatzter Job nach New York bringt, wo er die erfreulicheren Seiten des Lebens kennen und schätzen lernt. Dann noch schnell zwei charakterisierende Sätze hinterhergeschoben, damit wir Leser wissen, in welchem Korb wir diesen literarischen Krimi ablegen dürfen: "ad acta" oder "empfehlenswerte neue Bücher". Klar, nach diesem verheißungsvollen Anfang, kann es nur schwungvoll weiter gehen. "kamü" schreibt: "Ein wunderbar leichtes Märchen von einem netten Macho, der auszog, frei zu sein". Der Protagonist, verrät "kamü", wechselt den Job, denn sein alter war schließlich bei genauer Betrachtung mies bezahlt. Nun betreibe er eine Tankstelle in Nevada, wo übrigens die Berge manchmal so aussähen wie in Kurdistan. Wir folgern: ein Krimi, aus dem Autorin und Protagonist mittendrin einfach aus- und umsteigen in einen Märchenzug Richtung blaue Berge.
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