Iris Bahr

Moomlatz

oder wie ich versuchte, in Asien meine Unschuld zu verlieren.
Cover: Moomlatz
Frederking und Thaler Verlag, München 2007
ISBN 9783894056995
Kartoniert, 250 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Nach ihrem Wehrdienst will die Israelin Iris Bahr nicht mehr Offizieren, sondern allein ihrer Libido gehorchen. Denn ihr ganz persönlicher "Gazastreifen", dem eindeutig eine stabile Infrastruktur und regelmäßiger Verkehr fehlen, schreit nach Befreiung. Die Lösung: Asien. Iris packt ihren Rucksack und wirft sich ins Getümmel des Lonely Planet-Universums. Schon in Thailand findet sie den perfekten Mann - nur treibt der es mit jeder außer ihr und versumpft zuletzt in den thailändischen Bergen. Neues Spiel, neues Glück in Vietnam. Iris' Reisegefährten werden zahlreicher, Würmer inklusive. Die Trefferwahrscheinlichkeit steigt, wäre da nicht? In Nepal gerät sie zwischen die Stühle einer Männerfreundschaft, so dass nach der gemeinsamen Trekkingtour im Himalaja Eiszeit herrscht. Was tun? Zur Ruhe kommen, in sich gehen. Wo? Am besten in Indien. Das Chaos in Delhis Straßen weckt die Sehnsucht nach spiritueller Führung. Als Iris beim Dalai Lama vorbeischauen möchte, muss sie erfahren, dass er ausgeflogen ist - ausgerechnet nach Tel Aviv! Zurückgeworfen auf sich selbst, reift in Iris schließlich die Erkenntnis, dass sie Hilfe von außen gar nicht braucht. In ihr ruhen die Kraft, die Sicherheit und der Stolz auf den eigenen Körper. Der Erfüllung steht nun nichts mehr im Wege.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.12.2007

Die rezensierende Autorin Elke Naters hat sich durchaus amüsiert mit diesem "coming-of-age"-Roman über eine junge Israelin, die auf einer Südostasienreise ihre Unschuld verlieren will. Doch Naters hat auch einiges zu bemängeln. Dabei stören sie nicht die Klischees an sich, sondern ihre erstaunlich unsubtile Aufbereitung durch die Autorin und Komikerin Iris Bahr. Außerdem moniert sie, "dass die Pointen aus einem Maschinengewehr gefeuert kommen" und dadurch "manchmal erschlagend" wirken. Auch mit der Übersetzung ist Naters nicht zufrieden, auch wenn sie zugesteht, dass solche "schnellen englischen Wortspiele" kaum angemessen ins Deutsche zu übertragen sind. Doch abgesehen von diesem Problem bemüht sich Bahr nach Meinung der Rezensentin auch nicht wirklich, Phrasenhaftes zu vermeiden. Doch abgesehen von diesen Mängeln kann man mit dem Buch nach Naters Meinung durchaus seinen Spaß haben - gerade auch wegen der "eher stillen Passagen", die es zur Freude der Rezensentin auch gibt.
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