Iris Schröder beleuchtet einen vergessenen Teil der Geschichte der Frauenbewegung und verbindet diese mit einer bislang kaum erforschten Seite der Sozialreform im deutschen Kaiserreich: Im Mittelpunkt steht die soziale Arbeit. Die Studie analysiert die umstrittenen religiösen Dimensionen sozialer Reformvorhaben und behandelt den Versuch, Bildung und Arbeit als übergeordnete Wertvorstellungen zu etablieren. Die Autorin enthüllt den bürgerlichen "Glauben an eine bessere Welt" als zentrales Motiv bürgerlichen Engagements.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.07.2002
Die Historikerin Iris Schröder hat eine Studie über das Engagement von Frauen für die Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse verfasst, berichtet Ute Planert. Frauen, so die Rezensentin, hatten einen gewichtigen Anteil an der Herausbildung der Zivilgesellschaft. Dabei seien Forderungen nach mehr bürgerlichen, politischen und sozialen Rechten stark miteinander verknüpft gewesen. Das stellt die Autorin in ihrer Studie klar heraus, so Planert. Besonders gelungen findet sie, dass Iris Schröder ihre Analyse "in den Kontext neuer Forschungen zur Geschichte des Wohlfahrtsstaates" stellt. Denn der Beitrag der Frauen zur Entwicklung und Etablierung des Wohlfahrtsstaates ist lange unterschätzt worden, bedauert die Rezensentin. Die gegenwärtige Gesellschaft und vor allem Frauen von heute sollten sich diese Leistungen und dieses Engagement deutlich vor Augen führen, denn schließlich lasse die gegenwärtige "Erosion der Sozialsysteme" befürchten, dass das "Frauenwohl" dabei wieder in den Hintergrund treten wird, so Planert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2002
Innovativ findet Rezensent Werner Abelshauser die Verknüpfung der sozialen Frage mit der Frauenfrage, die von der Frauenbewegung gestellt und entscheidend mit gelöst wurde. Recht gibt er der Autorin, die den Schlüssel zum Verständnis dieses Zusammenhanges in der Wohlfahrtskultur des Kaiserreiches sieht, denn Bestandteil des Gemeinwohls sollte auch das Frauenwohl sein. Die Autorin, die einen "diskurs-analytischen" Ansatz verfolge, wolle aus schriftlichen Äußerungen der Akteurinnen der Frauenbewegung deren Ideen u Wertvorstellungen sowie die innere "Handlungslogik" jenseits der "Rhetorik des Erfolgs dechiffrieren". Das findet Abelshauser zwar gelungen, aber es hat auch seinen Preis: Über die "reale Dimension" der Wohlfahrtskultur erfahre der Leser so gut wie nichts. Auch das Fehlen einer durchgehenden Handlungsebene macht die Lektüre, wie er schreibt, nicht unbedingt zu einem Vergnügen. Dennoch erschließt diese Studie eine "neue, wichtige Dimension eines klassischen Themas", resümiert Abelshauser abschließend.
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