Ivan Illich analysiert in den Gesprächen mit David Cayley die gegenwärtige Gesellschaft und bietet eine neue Sicht auf das Christentum und die Grundlagen der abendländischen Kultur. Seine provozierende These lautet, dass die westliche Zivilisation nur als Korruption der christlichen Botschaft angemessen verstanden werden kann. Nach radikalen Veränderungen der lateinischen Christenheit setzte die Kirche ihre Macht ein, um die Menschen zu formen und zu disziplinieren; sie versuchte den Weg zur Erlösung und die Erlösung selbst mittels eines umfassenden Regelsystems zu garantieren und zu regulieren. Dies brachte eine fatale Wertschätzung von Normen und Regeln mit sich, die nicht nur im abendländischen Rechtssystem, sondern auch in der Ethik ihren Niederschlag gefunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.07.2006
Als ein seltenes und wahrhaftes Erlebnis beschreibt Rezensentin Ulrike Baureithel ihre Lektüre der Gespräche von Ivan Illich. Hier komme einer der letzten umfassend gebildeten Menschen zu Wort und es sei faszinierend, wie Illich es verstehe, sein weit in die Jahrhunderte ausschweifendes kulturkritisches Denken noch einmal zusammenzufassen. Als Kernübel der westlichen Welt hat der Katholik Illich immer schon die katholische Kirche und ihre Werte und Normen nach dem Hochmittelalter ausgemacht, die das Gute in der Welt und das Gleichnis vom frei handelnden barmherzigen Samariter quasi ersetzt hätten, erzählt Baureithel. Von der Vorstellung einer leblosen Natur über das moderne Verständnis vom Schmerz bis zur Kritik der hierarchischen Schule reiche das Spektrum von Illichs kritischen Gedanken. Der größte Schatz aber liegt für die Rezensentin in der Form des Gesprächs und des gedanklichen Austausches unter Freunden, die Ivan Illich wie kaum ein anderer gepflegt habe.
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