Ivan Krastev

Ist heute schon morgen?

Wie die Pandemie Europa verändert
Cover: Ist heute schon morgen?
Ullstein Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783550201264
Gebunden, 96 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Schuler. Ein Virus war nötig, um die Welt auf den Kopf zu stellen. Wie wird die Welt danach aussehen? Ivan Krastev gibt Orientierung in Zeiten der Ungewissheit.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.08.2020

Rezensent Fabian Ebeling denkt mit dem bulgarischen Politikwissenschaftler Ivan Krastev über die Pandemie und die Folgen nach. Der bereits im März entstandene Essay zeichnet laut Ebeling das Bild eines gesellschaftlichen Wandels weg von der Globalisierung, wie wir sie kennen. Spannend findet der Rezensent das Buch, auch wenn der Autor die eigene klare Positionierung eher scheut und durchaus erwartbare Denkfiguren aus der Geistesgeschichte von Carl Schmitt oder Jeremy Bentham bemüht. Immer wieder gelingt es Krastev, letztere gegen den Strich zu bürsten, meint Ebeling. Und eine verhaltene Genugtuung beim Autor über die möglichen Veränderungen durch die Pandemie meint der Rezensent immerhin herauszuhören.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.07.2020

Stephan Ozsvath erfährt beim Politologen Ivan Krastev in Echtzeit und auf unterhaltsame Weise, was das Virus mit uns und mit unseren Gesellschaften anstellt. Wie Konflikte zwischen Stadt und Land, Arm und Reich sich unter Corona verstärken, erläutert der Autor laut Ozsvath mit historischen Rückgriffen und rasanten Perspektivwechseln. Wie Homeoffice, Nationalismus und Rechtspopulismus von der Krise profitieren und das Social Distancing quasi demokratisiert wird, eröffnet die Lektüre dem Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.06.2020

Rezensentin Sieglinde Geisel schätzt die Denkfigur des Paradoxons in Ivan Krastevs Überlegungen zur Pandemie. Wie der Autor die globalisierenden gegen die antiglobalisierenden Kräfte der Pandemie abwägt, die demokratischen gegen die antidemokratischen, findet sie aufschlussreich. Dass der Autor mit Prognosen vorsichtig ist, die Rolle der EU mit Bedacht einschätzt und zwischen Angst und Sorge der Menschen unterscheidet, scheint ihr sinnvoll. Der Vergleich der Pandemie mit anderen Krisen und die im Buch entfaltete Vorstellung vom raschen Vergessen der Bedrohung, ist sie erst vorüber, regen Geisel zum Nachdenken an.

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