Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Der promovierte Physiker und Bestsellerautor Paolo Giordano beschreibt das Dilemma der Corona-Epidemie in Italien, aber es ist sozusagen eine "preview of coming attractions" für uns, denn die statistischen Verbreitungskurven sprechen eine deutliche, unleugbare Sprache: Auch uns erwarten Quarantäne, ein neuer Alltag, in dem es darum geht, die Kettenreaktion zu durchbrechen, um die totale Sprengung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Normalität ist ausgesetzt, und wir wissen nicht, wie lange. Nutzen wir die Zeit der Quarantäne, um über unseren Lebensstil nachzudenken.Jetzt ist die Zeit der Anomalie. Die Viren haben uns eines voraus - sie können sich schnell verändern. Das müssen wir von ihnen lernen.
Marc Reichwein verrät, dass der Mathematiker Paolo Giordano in seinem Corona-Tagebuch nicht eigens auf die aktuellen italienischen Verhältnisse eingeht. Stattdessen sinniert der Autor laut Reichwein über die Mathematik der Ansteckung, das neue Gefühl individueller Entmachtung oder die Globalisierung. Die kurzen Notate versteht Reichwein als "ersten Versuch" auf die Gegenwart schreibend zu reagieren.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2020
Rezensentin Maike Albath empfiehlt das Buch des italienischen Naturwissenschaftlers und Schriftstellers Paolo Giordano zur Corona-Krise. Was Corona mit uns macht und über uns verrät, vermittelt der Autor laut Albath nahm dran am Geschehen als Gedankenkonvolut und ordnende Beobachtung samt Interpretation. Dass Giordano sowohl Wissenschaftler als auch Schriftsteller ist, kommt dem Buch zugute, findet Albath. Anschaulich und ruhig erklärt ihr der Autor den Ablauf der Ansteckung oder den Charakter von Exponentialrechnungen, streut Alltagsepisoden und kritische Überlegungen zur Globalisierung ein.
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