Zeitgeschichte als eine spezifische Reflexionsform der Gegenwart gewinnt in der Umbruchsphase um 1800 eine neue Qualität. Sie ist Ausdruck von politisch-ökonomischen Beschleunigungserfahrungen und von sich verändernden medialen Konstellationen. Ihr Thema sind die großen globalen Finanzkrisen, Revolutionen und geopolitischen Konflikte; ihr Feld ist der Zwischenbereich von Geschichtsschreibung und Journalismus. Dabei wird sie als Erkenntnisform jenseits der bloßen Tagespolitik verstanden. Als Wissenschaft des sozialen Wandels steht sie in der Tradition des Geschichtsdenkens der Aufklärung und weist zugleich voraus auf die Historismus-Kritik des Vormärz. In dieser Studie werden Akteure, Medien, europäische Pressenetzwerke, Wissensformen und Diskurse der so umschriebenen Zeitgeschichtsschreibung exemplarisch rekonstruiert. Im Zentrum steht dabei Friedrich Buchholz (1768 1843).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2013
Gustav Seibt ist begeistert. Iwan-Michelangelo D'Apriles Buch über die Anfänge der journalistischen Zeitgeschichte findet er so elegant wie faktenreich und unterhaltsam dazu. Mit Autoren wie Friedrich Gentz und vor allem Friedrich Buchholz gelingt es dem Autor, Seibts Bild von der deutschen Literatur um eine ganze Dimension zu erweitern. Zeitschriftstellerei, etwas, das der Rezensent bisher nur aus Fußnoten zu Goethe und Schiller kannte, zeigt sich ihm als neues Format für neue Gedanken, als reiche vielfältige Literatur. Nicht zuletzt weil das eine ganz neue Autorenrolle mit sich bringt, liest Seibt das Buch auch als Medien-, Buchhandels- und Ideengeschichte, spannend! Und was er über besagten Buchholz erfährt, diesen Radikalliberalen, der hier auszugsweise mit Briefen und hoch aktuellen Aperçus glänzt, dass Seibt mit den Augen plinkert, das ist ihm allein schon die Lektüre wert.
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