57 ungewöhnliche Geschichten über Menschen, Tiere und seltsame Fabelwesen in einem ganz gewöhnlichen Berliner Mietshaus. Wo Frau Rotlowski ohne Kopf durchs Treppenhaus spaziert, der Dingsda seine rätselhaften Zeichen an den Wänden hinterlässt, und Ralf beschließt, mit einem Frosch zu reden, da wird das Fremdeste vertraut, das Selbstverständliche hingegen öffnet sich zum Abgrund. Im Zusammenstoß unterschiedlicher Lebensentwürfe entwickeln sich kleine Dramen der Selbstbehauptung. Momente der Einsamkeit zwischen vier Wänden lösen sich auf im Trubel, den Besucher mitbringen. Und diese kommen mit ihren eigenen Erzählungen und Erinnerungen aus anderen Zeiten und Welten. Ausflüge führen den Leser auch an alltägliche Orte, wie die Einkaufspassage oder das Arbeitsamt, die ihm plötzlich in grotesker Verfremdung begegnen. Bagatellen werden zu surrealen Novellen, die Sprache selbst wird zum Feld dichterischer Auseinandersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2012
Höchst kostbar findet Tomasz Kurianowicz diesen Band mit 57 kurzen, genremäßig kaum eindeutig einzuordnenden, zwischen Lyrik, Essay, Prosa und Fragment oszillierenden Texten der deutsch-polnischen Autorin Iwona Mickiewicz. Abgesehen davon, dass dem Rezensenten sprachlich derartig frei schwingende Texte selten begegnen, preist Kurianowicz das Erkenntnispotenzial einer Schreibe, die Begriffe zu entgrenzen, Sinneinheiten zu hinterfragen vermag und das alles ausgehend von simplen Alltagsbeobachtungen, einem Anruf bei der Hausverwaltung, einem Gähnen. Auch wenn er Manches zweimal lesen muss, um es zu begreifen, das Ergebnis scheint den Rezensenten zu beschenken mit einem jungfräulichen literarischen Kosmos.
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