Nach vier Jahren eines blutigen Krieges kollabiert das kaiserliche Deutschland 1918 beinahe über Nacht - nahezu widerstandslos, geradezu fatalistisch. Warum? Dieses Buch lässt hautnah miterleben, wie die Zeitgenossen das dramatische letzte Jahr des Ersten Weltkriegs wahrnahmen, das mit neuen Hoffnungen auf einen militärischen Sieg begann - und mit der endgültigen Niederlage, Revolution und Bürgerkrieg endete. Tagebucheinträge und Briefe, Bilder und Dokumente machen die gegensätzlichen Haltungen und Erfahrungen in der Kriegsgesellschaft anschaulich: die Gewalt an der Front und der Hunger in der Heimat, der Zynismus der militärischen Führung und die Illusionen vieler Bürger, Veränderungswille und die Furcht vor "russischen Verhältnissen". Eingebettet ist dieses faszinierende Panorama in Überblicke zum Verlauf und den Konsequenzen des Jahres 1918.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2018
Jürgen Zarusky stößt in dem von Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz herausgegebenen Band auf Soldatenpost aus dem Krieg. Die Entwicklungen von 1918 im Fokus, zeigt der Quellenband mit Auszügen aus Tagebüchern und Feldbriefen aus der Stuttgarter Bibliothek für Zeitgeschichte laut Rezensent die Hoffnungen der Soldaten und ihrer Angehörigen. Darüber hinaus wird das Ausmaß der Zerstörungen in Frankreich sichtbar, so Zarusky. Dass ferner zwar bürgerliche Intellektuelle, jedoch keine Arbeiter zu Wort kommen, findet der Rezensent bedauerlich.
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