"Es lebe die Freiheit!", waren seine letzten Worte. Hans Scholl wurde im Alter von nur 24 Jahren von den Nationalsozialisten hingerichtet. Heute ist sein Name vor allem mit der "Weißen Rose" verbunden. Doch der leidenschaftliche junge Mann fand erst über Umwege in den Widerstand. Als fanatischer HJ-Führer jubelte er noch dem "Führer" zu. Doch nach einer tief empfundenen Sinnkrise, die mit seiner ersten Verhaftung 1937 begann, wandte er sich dem Christentum zu, das fortan sein Denken und Handeln bestimmen sollte. Jakob Knab schildert die beeindruckende Geschichte einer Umkehr frei von konfessionellen und ideologischen Vorurteilen. Wie konnte Hans Scholl der "Diktatur des Bösen" widerstehen? Welchen Einfluss hatten Elternhaus, Lektüre, Kriegsdienst und die Anklage wegen Homosexualität?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.09.2018
Wolfram Wette hält die Biografie über Hans Scholl von Jakob Knab für ein einfühlsames Stück Erinnerungsliteratur. Im Buch erscheint Scholl dem Rezensenten als politischer, vitaler Kopf, dessen Weg von der Hitler-Jugend und George-Begeisterung zum Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime allerdings seine Zeit brauchte. Mit welcher Geduld der Autor diesen Prozess der Identitätsfindung für den Leser nachvollziehbar macht, findet Wette bemerkenswert. Ebenso Knabs Kontextualisierung der Flugblätter der "Weißen Rose" in den historischen Zusammenhang und die Analyse ihres ideengeschichtlichen Backgrounds.
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