Sönke Zankel

Die Weiße Rose war nur der Anfang

Geschichte eines Widerstandskreises
Cover: Die Weiße Rose war nur der Anfang
Böhlau Verlag, Köln 2006
ISBN 9783412092061
Gebunden, 215 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Unter dem Namen "Die Weiße Rose" hatten Hans Scholl und Alexander Schmorell im Sommer 1942 mit Flugblättern zum Widerstand gegen den nationalsozialistischen Staat aufgerufen. Nach dem Krieg wurde der Begriff zu einem Synonym für den Widerstandskreis um die Geschwister Scholl, der nach und nach zum Symbol des antinazistischen Widerstands avancierte. Die dazwischen liegenden Ereignisse, von der personellen Erweiterung des Kreises über die einzelnen Aktionen bis hin zu den Verhaftungen und Todesurteilen maßgeblicher Protagonisten im Jahre 1943, sind bis heute in zahllosen Publikationen, in Filmen und Dokumentationen dargestellt worden, wobei die Suche nach der historischen Wahrheit oft einer mythisch überhöhenden Idealisierung geopfert wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.01.2007

Rezensent Alexander Jürgs muss schon nach wuchtigen Worten suchen, um seine Irritation und seinen Unwillen auszudrücken. "Absurd", "abenteuerlich", "bizarr" sei die Art und Weise, wie der junge Historiker Sönke Zankel hier einen Skandal provozieren wolle. Für keinen seiner Vorwürfe gegen die Geschwister Scholl, antisemitisch und obendrein drogenabhängig zu sein, habe er auch nur den kleinsten Beweis. "Erschreckend" nennt der Rezensent eine solche Vorgehensweise. Eigentlich berühre der Autor tatsächlich einen interessanten Themenbereich, sofern es um den Elitismus von Hans Scholl und damit der meisten Regimegegner gehe. Hier hätte, überlegt der Rezensent, Sönke Zankel fragen müssen, wie der Wandel vom elitären Denken Hans Scholls zum späteren christlich motivierten Liberalismus sich vollzogen habe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.11.2006

Franziska Augstein wirkt verärgert über Sönke Zankels Buch zur "Weißen Rose". Der Autor untersucht die Frage, ob die Mitglieder der "Weißen Rose" "Helden" gewesen seien, und obwohl er am Ende "politisch korrekt" den Status der Widerstandsgruppe bekräftigt, wie Augstein notiert, verwendet er im Verlauf der Studie einige Mühe darauf, insbesondere Hans und Sophie Scholl als Drogen konsumierende, "elitäre", nicht unbedingt Juden besonders verbundene Studenten darzustellen. Augstein vermisst nun aber die sinnvollen, interessanten Schlüsse, die sie aus diesen Befunden erwarten würde. Wäre es nicht erhellend gewesen zu untersuchen, fragt sie, warum die Nachkriegsgesellschaft ausgerechnet die "Weiße Rose" zum "nationalen Mythos" stilisiert hat, und dagegen andere mutige Menschen wie den Hitler-Attentäter Georg Elser kaum Beachtung schenkten?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2006

Sönke Zankels Buch über den Widerstandskreis "Weiße Rose" hat Rezensent Joachim Scholtyseck in keiner Hinsicht überzeugt. Zwar hält er die Intention des Autors, "ein kritischeres" Bild der Widerstandsgruppe zu zeichnen, durchaus für legitim - solange es durch Quellen abgesichert werden kann. Zankels Versuch aber, die Gruppe zu entmythisieren, geht seines Erachtens gründlich in die Hose. Geradezu haarsträubend findet er die vom Autor als neue Erkenntnisse präsentierten Behauptungen, die Mitglieder der Widerstandsgruppe hätten Drogen konsumiert, eine antijüdische Einstellung gehabt und seien schließlich von der Münchner Gestapo korrekt behandelt worden. Scholtyseck legt dar, dass es in den Akten für diese Behauptungen keinerlei Anhaltspunkte gibt. Die Argumentation des Autors wertet er zudem nicht nur als fragwürdig, sondern geradezu als abstrus.
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