James Anderson

Desert Moon

Roman
Cover: Desert Moon
Polar Verlag, Hamburg 2018
ISBN 9783945133675
Gebunden, 330 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Harriet Fricke. Ben Jones ist ein 30-jähriger LKW-Fahrer und beliefert seine Kunden auf einer abgelegenen, hundert Meilen langen Strecke in der Wüste Utahs. Er ist ein Waisenkind, ledig, mürrisch, schnell pleite. Seinem besten Freund, dem alten Walt Butterfield, gehört das Well-Known Desert Diner, das er 1953 kaufte und 1972 nach einer Tragödie schloss. Er lädt Ben manchmal zu sich zum Essen ein. Außerdem besitzt er ein Vincent Black Shadow Motorrad von 1948 und eine Wurlitzer Jukebox von 1948. In dieser abgeschiedenen Welt taucht die mysteriöse Claire auf, die sich in einem verlassenen Haus versteckt. Eines Tages schaut Ben in ihr Fenster. Sie ist nackt und scheint Cello zu spielen. Als sie ihn sieht, fragt sie ihn: "Bist du ein Musikliebhaber oder nur ein Perverser?" und zieht eine Waffe. Mysteriöse Fremde beschatten Ben von da an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2019

Kai Spanke pflegt die Langeweile mit James Andersons kontemplativem Wüstenkrimi. Den öden Truckeralltag seiner Hauptfigur vermag der Autor laut Spanke mittels eigener Erfahrung realistisch zu schildern. Aus der Zeit gefallen wirken auf Spanke indes Figuren und Räume, und der Ton wird dem Rezensenten oft zu kitschig, wenn Anderson Sonnenuntergänge beschreibt oder die wechselnden Stimmungen der Wüste. Um fesselnd zu zeigen, wie die Routine dem Protagonisten unterm Lkw-Sitz wegbröselt, wäre weniger Ausführlichkeit mehr gewesen, meint Spanke.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2018

Sylvia Staude ahnt das Böse überall in James Andersons Wüsten-Krimi. Die Lakonie und Trostlosigkeit des Settings mit Truck, Diner und Highway genügt laut Staude, um glaubhaft von Büßern, Dieben und Seelenverletzungen zu erzählen, von aus Zeit und Raum gefallenen Figuren, vom Wetter und allerhand Schicksalen, die vor der Wüstenkulisse aufeinandertreffen. Wie der Autor dieses späten Debüts die Dinge sich zuspitzen lässt, langsam, unerbittlich, scheint Staude fesselnd genug.

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