Was ist an Sonnenuntergängen romantisch? Warum fasziniert uns der grüne Blitz und wieso glauben wir, er beeinflusse unser Liebesglück? Halten wir Delfine zu Recht für unsere Freunde? James Hamilton-Paterson durchleuchtet das Meer in all seinen Facetten, und er liefert erhellende und unterhaltsame Erklärungen zu zahlreichen maritimen Phänomenen - von Tieren über Inseln und Schiffe bis hin zu Mythen und Fabelwesen: Mondregenbogen und Narrenschiffe, Korallen und Seeungeheuer bevölkern das Universum seiner Texte. Scharfsinnig, persönlich und immer wieder überraschend schildert James Hamilton-Paterson seine vielfältigen Begegnungen mit dem Meer, diesem unfassbaren Wesen, das er schützen möchte wie eine Geliebte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2011
Rezensent Burkhard Müller hat die Lektüre dieses schön aufgemachten Meeres-Buchs von James Hamilton-Paterson vom Anfang bis zum Ende genossen. Die in diversen Zeitschriften wie "Guardian", "Traveller", "Outside" veröffentlichten Reportagen scheinen ihm nicht nur unterhaltsam und lehrreich, er findet in ihnen auch immer etwas, das den Leser dazu bringt, vorgefasste Meinungen zu revidieren. Hamilton-Paterson gelingt es in seinen Augen, die Faszination der Ozeane, unerforschten Tiefen, seltsamer Meeresbewohner in gelassenem, ruhigem Ton zu vermitteln. Das "wahre Abenteuer", macht der Autor dem Rezensenten deutlich, liegt nicht auf dem Land oder im Weltall, sondern in den Meeren. Mit Lob bedenkt Müller auch die Übersetzung von Thomas Bodmer. Sein Fazit: ein "hinreißendes Buch".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
"Das Meer lockt... Das Meer bockt aber auch" subsumiert Rezensent Hans Gasser seine Lektüreerfahrung. Die facettenreichen und pointierten Essays des britischen Reiseschriftstellers, Journalisten und ehemals maritimen Selbstversorgers Hamilton-Paterson gehen ohne moralischen Zeigefinger dem menschlichen Umgang mit dem Meer auf den Grund. Dabei fördert er keine neuen Themen zu Tage (von der Überfischung bis zum romantischen Sonnenuntergang), sondern er sucht nach sachlichen Blickwinkeln und nachhaltigen Positionen, die angesichts nicht mehr rückgängig zu machender Schäden eingenommen werden könnten. Oft genug hat Hamilton-Paterson auch die Schreibstube verlassen, um sich etwa auf einen Trawler zu begeben und die Schleppnetzfischerei vor Ort zu erleben. Besonders beeindruckend findet Gasser hier die Schilderungen der "erschreckenden Effizienz, mit der Lebewesen auf Meeresboden abgesammelt und getötet werden. Das Meer deckt solchen Frevel zu".
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