Aus dem Englischen von Axel Merz, Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher. Mit einem Vorwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker. Das Jahr 2019 war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Noch nie in der Geschichte der Menschheit sind Klimaschwankungen so rapide abgelaufen. In welcher Welt werden wir in Zukunft leben? Der Wissenschaftler James Powell nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch den Klimawandel: Die Alpen schneefrei, Australien, Spanien und weite Teile der USA verwüstet und verbrannt, westliche Staaten führen neue Kriege um Ressourcen. Eine Dystopie, die leider allzu real ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2020
Dass in der Klimadebatte ein Wissenschaftler nun sogar schon zu den Mitteln der Fiktion greife, sieht Rezensent Christian Schwägerl als Ausdruck des verzweifelten Ringens um eine gesellschaftliche Reaktion: Der amerikanische Geologe James Lawrence Powell führt in seinem Buch (aus der Erzählperspektive eines 2012 geborenen Historikers) fiktive Interviews in einer Zukunft, in der Flüchtlinge in den kühlen Norden Europas pilgern, Verteilungskriege herrschen und der Freitod zum neuen Trend geworden ist. "Hautnah" bekomme der Leser so die Dringlichkeit der Thematik zu spüren, lobt Schwägerl und möchte gerne hoffen, dass solche fiktiven Zukunftsszenarien die öffentliche Debatte zu beeinflussen vermögen. Einzig mit dem letzten Kapitel, das Kernenergie als Allheilmittel vorstelle, stimmt der Rezensent nicht ganz überein.
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