Aus dem Amerikanischen von Lydia Dimitrow. Die siebzehnjährige Tracy lebt mit Vater und Bruder in der Wildnis Alaskas. Sie hilft bei der Zucht und beim Training der Schlittenhunde und verbringt viel Zeit mit der Jagd im Wald. Eines Tages wird sie auf einem Streifzug von einem Fremden überfallen. Tracy wehrt sich und zückt ihr Messer, danach kann sie sich an nichts mehr erinnern. Zu Hause wagt sie nicht, von dem Vorfall zu berichten. Als ein mysteriöser jugendlicher Ausreißer bei der Familie auftaucht und behauptet, von einem Mann verfolgt zu werden, entsteht in Tracy der Verdacht, dass es sich dabei um den verletzten Unbekannten handelt. Immer mehr zu Jesse hingezogen, wird sie von panischer Angst vor dem Fremden im Wald erfasst. Ihr entgleitet alles, und sie zieht erneut ihr Messer ..
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2023
Ein Spiel mit Genres und Geschlechtern ist für Rezensent Hannes Hintermeier der Roman von Jamey Bradbury. Im Mittelpunkt steht die Siebzehnjährige Tracy Sue, die nicht nur für ihren Schlittenhunde züchtenden Vater eine burschikose Ausnahmeerscheinung ist. Eher vorsichtig umschreibt Hintermeier seine Kritik an der Geschichte um einen mutmaßlichen Schatz, Verfolgungsängste, viel Blut und das Erwachsenwerden in einer rauen Welt. Nicht unerwähnt lässt Hintermeier, dass Bradbury einige Jahre als Assistentin von John Irving gearbeitet hat, und ein Debüt vorlegt, in dem der komplette Bruch mit der Zivilisation ein "schwebender Erzählstrom" voller Metamorphosen sei.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.11.2022
Rezensent Thomas Wörtche gönnt Jamey Bradburys Roman die nötige Aufmerksamkeit. So entgeht ihm nicht, wie gekonnt die Autorin mit den Bildern eines zeitlos schönen Alaskas arbeitet. Auch wenn der Klimawandel bei Bradbury kein Thema ist, und die Autorin sich vor allem mit den mystischen Seiten im Verhältnis von Mensch und Natur befasst, indem sie einer jungen Frau und ihrer blutrünstigen Jagd-Passion folgt, kann Wörtche dem Text einiges abgewinnen. Für den Rezensenten liefert Bradbury eine bemerkenswerte Variante des "Nature Writings", irgendwo zwischen Vampir-Roman und Country Noir, komplex und fantastisch.
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