Aus dem Arabischen von Regina Karachouli. Habib Selmi erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem Tunesier und einer Französin. In einem Cafe lernen sie sich kennen, der sensible Machfudh, der schon seit Jahren allein in Paris lebt, und die temperamentvolle Marie-Claire. Schon bald zieht sie bei ihm ein und stellt fortan mit ihrem Tatendrang sein Leben auf den Kopf. Machfudh genießt die Beziehung, nimmt sich aber möglichst zurück, um ja nichts falsch zu machen, und tut bis zur Selbstverleugnung alles, um seine Geliebte nicht zu verlieren. Doch Marie-Claires Lebenslust, überhaupt ihr Anderssein, empfindet er zunehmend als Provokation. Immer mehr Unausgesprochenes staut sich zwischen ihnen an, und schließlich findet keine echte Kommunikation mehr statt. Anhand alltäglicher Kleinigkeiten schildert Habib Selmi die komplexe Beziehung zwischen Mann und Frau aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2010
Die Rezensentin Claudia Kramatschek ist ziemlich angetan von Habib Selmis Blick auf die Liebe zwischen einem Berber aus Tunesien und einer Französin. Er nimmt damit in ihren Augen im Kontext der arabischen Gegenwartsliteratur eine "überraschende und provozierende Gegenposition" ein - nicht zuletzt, weil er mit seiner männlichen Hauptfigur das "tradierte arabische Männlichkeitsbild" unterläuft. Doch nicht nur die Metaebene dieses Romans gefällt Kramatschek. Sie zeigt sich auch beeindruckt davon, wie "lebensnah und ohne große Worte" Selmi von der "leisen" und dabei zugleich "unspektakulären" Implosion dieser Liebesgeschichte erzählt.
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