Nützliche Mitbewohnerinnen, Ekelobjekte oder verblüffende Wesen? An Spinnen scheiden sich die Geister. Von manchen bewundert für ihre kunstvollen Netze und das Archaische ihrer Erscheinung, von anderen gefürchtet. Aber warum ist das so? Dieses Buch dringt tief in das Beziehungsgeflecht von Spinnen und Menschen vor. Es zeigt den Einfluss der Spinnen auf unsere Sprache, Wissen, Träume und Geschichte. Warum verglich man Napoleon mit einer Spinne? Wie prägte die christliche Symbolik die Abneigung gegenüber Spinnen? Und wieso wurden gleich drei Weltraummissionen von Spinnen begleitet?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2025
Rezensentin Christian Schwägerl lernt in Jan Mohnhaupts Monografie die Spinne als faszinierende Akteurin der Menschheitsgeschichte kennen. Lieben lernt er sie dennoch nicht, aber ahnt fortan, welchen Einfluss Spinnen auf unsere Kultur- und Kunstgeschichte hatten und haben, Stichwort: Seide. Inwieweit Spinnen in unserem Denken eher schlecht wegkommen, erläutert der Autor ihm auch, findet allerdings auch positive Beurteilungen. Dass Mohnhaupt mitunter stilistisch etwas dick aufträgt, etwa wenn er aus Spinnenperspektive erzählt, macht der Autor laut Schwägerl wett, indem er den Leser mit einer Fülle an Quellenangaben beschenkt, die Biologisches wie Historisches und Kulturelles umfassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2024
Arno Widmann fürchtet sich nicht vor Spinnen. So kann er Jan Mohnhaupts Buch ohne Gänsehaut lesen und erfährt Wissenswertes über die Anpassungskünste der Spinnen, ihre vielfältigen Gattungen oder die Erzählungen des Menschen über sie. Dass man jungen Frauen Spinnennetze umlegt, auf dass sie das Weben lernen, war Widmann ebensowenig geläufig wie die Funktion der Spinne als Orakel. Reizvoll am Buch erscheint ihm die Spinnenperspektive, die der Autor einnimmt, und dass er die Spinnenbilder von Louise Bourgeois im Band vorstellt. Eine Schönheit ist die Spinne freilich auch nach der Lektüre nicht für den Rezensenten.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…