Jan Seghers

Die Akte Rosenherz

Roman
Cover: Die Akte Rosenherz
Wunderlich Verlag, Reinbek 2010
ISBN 9783805208482
Gebunden, 475 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Niemand, der damals am Tatort war, wird den Fall je vergessen. In einer heißen Augustnacht des Jahres 1966 wird in Frankfurt eine Prostituierte auf brutale Weise ermordet. Sofort macht das Wort von der "zweiten Nitribitt" die Runde. Und wirklich: Auch im "Fall Rosenherz" bleibt der Täter unerkannt. Vierzig Jahre später. Ein nebliger Morgen im Stadtwald. Hauptkommissar Marthalers schwangere Freundin Thereza wird bei einem Überfall schwer verletzt. Und der Polizist erhält einen Tipp: Er soll den alten Fall noch einmal unter die Lupe nehmen. Doch damit legt Marthaler sich mit mächtigen Gegnern an, die ihre frühen Sünden vertuschen wollen. Die "Akte Rosenherz" soll geschlossen bleiben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.03.2010

Enthusiastisch lobt Peter Henning Jan Seghers fünften Frankfurt-Krimi als "hochkarätiges" Lesevergnügen. Jan Seghers ist das Pseudonym des "ambitionierten Belletristen" Matthias Altenburg, der sich 2004 überraschend auch dem Krimigenre zugewendet hat, verrät der Rezensent gleich zu Anfang. Nicht zu Unrecht wird der Autor mit Henning Mankell verglichen, meint Henning, dem allerdings positiv ins Auge gefallen ist, dass sich Seghers mittlerweile völlig von diesem Vorbild emanzipiert hat. In "Die Akte Rosenberg" verknüpft er den historischen Mord an der Prostituierten Helga Matura von 1966 mit einem Raubüberfall, bei dem die schwangere Freundin des eigenbrötlerischen Ermittlers Robert Marthaler schwer verletzt wird, lässt der Rezensent wissen. Über den grünen Klee lobt er die meisterhafte Figurenzeichnung, die ohne Plattheiten auskomme, er weist auf die akribische Recherche hin, für die der Autor über zehntausend Seiten Prozessakten gewälzt hat. Deutlich sei zu spüren, dass es Seghers nicht einfach um die Lösung eines Falls, sondern um die Menschen und ihre Schicksale gehe, ohne dass er seinen Lesern eine "verkappte Sozialstudie" unterjubele, so der Rezensent begeistert. Er sieht nicht nur das klassische Hauptthema des Genres, das "Spannungsverhältnis von Schuld und Sühne", sondern auch die Gegenwart authentisch dargestellt und beklatscht dieses Buch als Krimi von "europäischem Format".

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