Aus dem Englischen von Constanze Krings. Charles Dickens war einer der bekanntesten Schriftsteller des viktorianischen England. Viele seiner Bücher wie Oliver Twist oder die Weihnachtsgeschichte sind längst zu Klassikern geworden. Zudem war er der erste Berufsschriftsteller, der von den Einnahmen aus dem Verkauf seiner Romane leben konnte - vor allem, weil er den Fortsetzungsroman in Zeitungen etablierte und finanziell wie literarisch für sich nutzte. Jane Smiley verbindet mit Charles Dickens eine große literarische Passion. Im Wechselspiel von Romanen und Leben lässt sie vor unseren Augen nicht nur die Erfolgsstory eines Schriftstellers entstehen, dem es gelang, Kritik und Publikum gleichermaßen zu fesseln, sondern auch die tragische Geschichte einer zerrissenen Existenz zwischen Schein und Sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2004
Jane Smileys Kurzbiografie stellt Charles Dickens als den "ersten modernen Schriftsteller" vor, neben dem "moderne Manager verblassen" würden, berichtet uns Tanya Lieske, die in Smileys Schilderungen neben dem "Medienphänomen" Dickens vor allem dessen groteske, anarchische Züge und private Konflikte, besonders in seinem Liebesleben, dargestellt findet. So bilden sein zwischen Extremen pendelndes Doppelleben und seine literarischen Neuerungen die Schwerpunkte Smiley Biografie. In erster Linie profitiere das Buch dabei von den schriftstellerischen Erfahrungen der Pulitzerpreis-Trägerin; dagegen komme die biografische Sorgfalt etwas zu kurz, bemerkt Lieske, da die Autorin "sparsam datiert". Einige bibliografische Angaben und ein tabellarischer Lebenslauf hätte dem Buch nicht geschadet, beanstandet unsere Rezensentin, die auch mit der Übersetzung nicht so recht zufrieden ist: denn die "holpert etwas". Ansonsten, so Lieske, zeigt die Autorin Dickens so, wie seine Zeitgenossen ihn erlebten, "das junge unbeschwerte Genie, dessen bedrückende Kindheit erst später bekannt wurde."
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