Aus dem Englischen von Holger Fliessbach. Ein Leben zwischen Genialität und Getriebensein: Das einfühlsame Porträt des großen irischen Schriftstellers - verfasst von einer der bedeutendsten lebenden irischen Literatinnen unserer Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.08.2004
Edna O'Brien ist selbst eine der bekanntesten irischen Schriftstellerinnen, stellt uns Sabine Franke die Verfasserin dieses "literarischen Lebensporträts" ihres Landsmannes James Joyce vor, das Franke als insgesamt nett und wohlwollend charakterisiert. O'Briens Sicht biete nicht wirklich etwas Neues, sei aber häufig treffend und pointiert beschrieben und insofern lesenswert, als man sich das lange Aufdröseln bestimmter Sachverhalte seitens der Fachliteratur sparen könne. Als Einführung in das Leben von James Joyce ist O'Briens Porträt durchaus geeignet, konstatiert Franke, allerdings nur für Kenner seiner Texte, hält sie dagegen, weil die Autorin freigiebig aus Briefen und Werk zitiere und die Stellen - es gibt keine Fußnoten - nicht kennzeichne. In diesem Punkt vermisst die Rezensentin dringlich ein aufmerksames Lektorat, das die Anschluss- und Zitatstellen aus dem englischen Original überprüft hätte, weil auf diese Weise die sonst gelungene Übersetzung von Unklarheiten und manchmal gar mangelnden grammatikalischen Bezügen getrübt würde, bemängelt Franke. Im übrigen wundert sie sich, dass O'Brien so freizügig aus der Biografie auf das Werk überträgt und umgekehrt - für eine Autorin recht ungewöhnlich, meint sie, aber "angenehm unskrupulös".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2004
Dieser Band ist eine Joyce-Einführung und man wird nicht sagen können, dass Fritz Senn sie ungern gelesen hat. Der Schwung, mit dem die Autorin, die Schriftstellerin Edna O'Brien, an die Sache herangeht, "enthusiastisch, doch kritisch, ohne Ehrfurcht", hat ihm offenkundig imponiert. Gelobt werden ihre Originalität und auch die nicht selbstverständliche Tatsache, dass der Band eine "vergnügliche" Lektüre bietet. Dennoch kann der Rezensent nicht umhin, sich etwas pedantisch zu geben: Allzu sorglos, um nicht zu sagen schlampig sei O'Brien in punkto Philologie. Da gehe sie mit "Fakten, Texten und vor allem Zitaten recht freizügig" um. Für einen großen Schaden scheint Senn das aber nicht zu halten.
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