Aus dem australischen Englisch von Tanja Handels. Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
Banal bis zum Abwinken ist Jane Taras Roman laut Rezensentin Julia Schröder. Thema ist das Unsichtbarwerden von Frauen um die 50 - wobei der Dreh darin besteht, das das soziokulturelle Phänomen in diesem Buch ein reales Krankheitsbild wird: die Hauptfigur Tilda wird langsam unsichtbar, Körperteil für Körperteil. Abhilfe verschafft Selma, eine Expertin fürs Älterwerden, die Mindfulness, Stressreduktion und andere angesagte Selbsttechniken predigt und Tilda dadurch in die Welt der Sichtbarkeit zurückholt, lesen wir. Nicht nur würden dabei allerlei längst wohlbekannte Trends im Bereich der Wohlfühlpsychologie durchgekaut, darüber hinaus ergehe sich das Buch bei jeder Gelegenheit in abgegriffenen Metaphern, etwa wenn die Protagonistin von einem "Tsunami der Trauer" plattgemacht wird. Eine schale Liebesgeschichte gibt es obendrein. Die Rezensentin kann da nur abwinken und wundert sich, wie so etwas es ins Diogenes-Programm geschafft hat.
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