Steven Carroll

Die Zeit, die wir uns nahmen

Roman
Cover: Die Zeit, die wir uns nahmen
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, Göttingen 2009
ISBN 9783935890588
Gebunden, 773 Seiten, 52,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nikolais Stingl. Australien, im Sommer 1970. Michael geht aufs College und macht erste bittere Erfahrungen mit der Liebe. Die Ehe seiner Eltern ist längst gescheitert. Vic, der die Familie schon vor Jahren verlassen hat, nimmt aber immer noch einen festen Platz im Leben von Rita ein, die nun allein in dem Vorort von Melbourne wohnt, aus dem Michael immer ausbrechen wollte. Dieser Vorort feiert sein hundertjähriges Bestehen, und Michaels Freund Mulligan wird beauftragt, dessen Geschichte in einem riesigen Wandgemälde darzustellen. Während die Arbeit an dem Werk fortschreitet und die Bewohner gespannt darauf warten, wie ihr bisheriges Leben aussehen wird, freundet sich Rita mit Mrs. Webster an, deren Mann bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kam. Gemeinsam erkunden die beiden die Hintergründe von Websters Tod, und Rita erfährt dabei von der Gabe der Geschwindigkeit, jenem Moment, in dem Vergangenheit und Gegenwart eins werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2009

Schön. Über die Vergänglichkeit im Fluge derart bedächtig und feinsinnig zu schreiben, das lobt sich die Rezensentin. Dafür taucht sie ein in Steven Carrolls Provinzepos (letzter, eigenständiger Teil einer Trilogie, wie sie erklärt), angesiedelt gleich bei Melbourne und bevölkert mit allerhand Figuren, die dankenswerterweise ohne Känguruhs, bedauerlicherweise aber auch ohne eigene Kontur auskommen müssen, wie Christina Hoffmann mitteilt. Das wäre nicht so schlimm gewesen, hätte Carroll die arme Rezensentin nicht auch noch mit gelegentlichem Kitsch und Pathos und ungeschicktem Zeitmanagement strapaziert und mit seiner didaktischen Ader: Den Rat "carpe diem" kann Hoffmann erst mal nicht mehr hören.
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