Jasna Fritzi Bauer, Katharina Zorn

Else

Roman
Cover: Else
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2025
ISBN 9783462005301
Gebunden, 272 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Else lebt auf den ersten Blick ein normales Familienleben der Sechzigerjahre. Doch sie ist die erste Frau Hessens, die einen Taxischein macht - und das ist nicht ihr einziges Geheimnis! Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn erzählen in ihrem Debütroman von einer stillen Emanzipation und einem Ausbruch aus einer gesellschaftlich vorgezeichneten Rolle.Else lebt mit ihrem Mann Willy und den zwei Töchtern in Frankfurt, hat sich vom schüchternen Kriegskind zur perfekten Gattin und Mutter entwickelt. Während Willy viel Zeit auf Dienstreisen und im örtlichen Tennisverein verbringt, beginnt Else ihr eigenes Abenteuer: Sie sieht eine Annonce in der Zeitung und beschließt Taxifahrerin zu werden - niemand darf davon wissen. Während ihrer nächtlichen Fahrten trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen und verändert sich dadurch. Eines Tages findet sie heraus, dass Willy sie betrügt. Er ist nicht allein damit, auch der Mann ihrer Freundin Marta hat Affären. Die beiden Frauen finden ihre Wege, mit dem Verrat umzugehen - in einer Zeit, in der Männer dominieren. Doch erst Jahrzehnte später, als Willy von Elses Taxivergangenheit erfahren zu scheint, bricht sie endgültig aus: Sie plündert ihr Konto und fährt mit ihrer Enkelin Emma nach Frankreich. Auf der Reise fühlt sich Else endlich gesehen: von Emma und dem Rest der Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.05.2025

Rezensentin Christiane Lutz trifft sich mit dem Paar Katharina Zorn und  Jasna Fritzi Bauer, die gemeinsam einen Roman inspiriert von Zorns Großmutter geschrieben haben: Else hat schon in den 1960er Jahren als eine der ersten Frauen einen Taxischein gemacht und sich damit gegen die Konventionen einer Zeit durchgesetzt, in der Frauen oft selbst in der eigenen Familie das Beiwerk waren, das gut aussieht und den  Haushalt regelt. Männer wollten oftmals gar nicht bei Else ins Taxi  steigen, vor ihrer Familie hat sie die Tätigkeit sogar jahrelang verschwiegen, erfahren wir: Der Roman erzählt abwechselnd aus dieser  Zeit und aus der Gegenwart, in der Else eine Reise mit ihrer Enkelin Emma macht. Zorn und Bauer erklären Lutz, dass der Schreibprozess sehr harmonisch abgelaufen ist, was diese auch dem Buch anmerkt -  "vielleicht ein bisschen brav" wirkt es auf den ersten Blick, aber eigentlich ist dieses "sanfte Empowerment" der Frau, die sich in den  gegebenen Umständen Freiräume schafft, umso realistischer, resümiert die Kritikerin.

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