Aus dem Englischen von Miriam Neidhart. Das britische Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, war immer ein Hort des Friedens. Sauber. Traditionell. Die Menschen aufrecht und beflissen. Doch dann kommen sie. Mit ihrer seltsamen Religion, ihrer aggressiven veganen Agenda und viel zu vielen Kindern. Zwar geben sie sich ruhig und friedliebend, aber wer weiß, wie lange noch? "Sie" sind eine Familie vermenschlichter Kaninchen - das Ergebnis eines unerklärlichen Ereignisses vor rund einem halben Jahrhundert.Ihr Nachbar, der langjährige Dorfbewohner Peter Knox, muss sich entscheiden: Kann er Zaungast der Entwicklung bleiben und weiterhin eine ruhige Kugel bei der RabbitCompliance Taskforce schieben oder soll er den neuen Nachbarn beistehen, denen, wie allen anderen 1,2 Millionen Kaninchen im Vereinigten Königreich, die Zwangsumsiedlung nach Wales droht?
Humanoide Kaninchen, die sich rasend schnell fortpflanzen und von rassistischen Menschen verfolgt, verschleppt und ausgebeutet werden - "nicht gerade subtil", findet Rezensent Hartmut Kasper, wobei diese unverblümte Metaphorik für ihn kein Kritikpunkt zu sein scheint! Und auch ansonsten findet Kasper nichts zu bemängeln an Jasper Ffordes unterhaltsamer Parabel. Das World Building ist detailreich und schlüssig, der Spannungsbogen kurvenreich, die Pointen ungezählt, das Ende überrascht, lesen wir, und Ffordes Witz überzeugt - meistens zumindest, wenngleich er dem Klamauk hin und wieder gefährlich nahe kommt, nur um dann wiederum in Satire umzuschlagen von fast schon "Swiftschem Format". Dabei bedient sich Fforde souverän aus unterschiedlichsten Genres, und erzählt in einem herrlich britischen Stil, den Miriam Neidhardt versiert ins Deutsche übertragen hat. Alles paletti also, so der überzeugte Rezensent.
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