Aus dem Englischen von Marion Hertle. Bristol in den 1950er-Jahren. Evelyn kann ihr Glück kaum fassen: Sie, die eigentlich vor allem und jedem Angst hat und in deren Leben nie irgendetwas passiert, ist zu einer Party eingeladen. Einer echten Party in einem heruntergekommenen Pub am Hafen mit furchtbar schlechtem Ruf. Einer richtigen Party mit den Freundinnen und Freunden ihrer älteren Schwester, der schönen und mutigen Moira, die Evelyn so bewundert. Wie gern würde sie zu ihnen gehören, die Kunst oder Mode studieren. Was die jungen Leute eint, ist ihr Wunsch, auszubrechen aus den einfachen Verhältnissen, in denen sie aufgewachsen sind, und ein eigenes Leben zu führen. Mitten im Leben scheinen Paul und Sinden zu stehen, zwei Männer der Upper Class, die unverhofft in der Hafenkneipe auftauchen: weltgewandt, kultiviert, überheblich. Evelyn und Moira finden sie faszinierend und abstoßend zugleich, bewundern ihre Selbstsicherheit, hadern mit den eigenen Zweifeln und ihrem Gefühl der Unterlegenheit. Doch dann wagen sie den Schritt ins Unbekannte und steigen in den Bentley …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2026
Rezensent Tobias Döring bespricht zwei Romane, in denen jeweils der Bentley zum Symbol von "Luxus und mondänem Leben" im Alltag des tristen Nachkriegsenglands wird. In Tessa Hadleys "hingebungsvoll altmodischer" Coming-of-Age-Geschichte tasten sich zwei junge Schwestern in ein verheißungsvolles Liebesleben vor, lügen ihre Eltern an und den Bruder, um auf eine Party zu kommen. Ursprünglich als Kurzgeschichte konzipiert, erweitert Hadley die Handlung um zwei Teile: einen drückenden Katersonntag im engen Elternhaus und eine nächtliche Fahrt im Bentley in eine Welt aus "Eleganz und Dekadenz", die beide nachhaltig verstört, aber auch fasziniert. Erzählt wird "atmosphärisch dicht", mit Liebe zu Details, lobt der Kritiker. Die Übersetzung von Marion Hertle ist "getreu", gelegentlich etwas überfrachtet, doch der Sog trägt, versichert Döring.
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