Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Aus der Abgeschiedenheit der Terra Alta kehrt Melchor Marín ins hitzige Leben Barcelonas zurück. Als die Bürgermeisterin der Metropole auf schamlose Weise erpresst wird, droht ein politischer Skandal. Melchor ermittelt mit seinem unbeugsamen Sinn für Gerechtigkeit gegen einen mysteriösen Täter, dessen Absicht unklar bleibt. Seine Suche führt zu den Wortführern der katalanischen Unabhängigkeit, wo Zynismus, Skrupellosigkeit und hemmungslose Gier herrschen. Und völlig unerwartet sieht er sich mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dieser fesselnde und wilde Roman führt in die Hinterzimmer der Macht und ist ein wütendes Plädoyer gegen Korruption und Populismus.
Rezensent Ruthard Stäblein kann nicht viel Milde aufbringen gegenüber Javier Cercas' Krimi-Serie "Terra Alta", in deren Mittelpunkt ein hartgesottener Polizist, steht der das Gesetz gern selbst in die Hand nimmt. In diesem Band wird Barcelonas Bürgermeisterin erpresst, die ausgerechnet mit der Hilfe eines Reichensöhnchens an die Macht gekommen ist, der sie als junges Mädchen vergewaltigt hatte. Die Politik in Barcelona ist verkommen und korrupt, lernt Stäblein. Flache Figuren und ein schematisches Setting können dieser rabiaten Abrechnung mit Katalonien keine Form geben, ärgert sich Stäblein, in seinen Augen verquirlt Cercas, der seit seiner Kindheit in Katalonien lebt, aber auf Spanisch schreibt, alles zu einer einzigen Suada von unbewiesenen Anschuldigungen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…