Javier Zamora

Solito

Eine wahre Geschichte
Cover: Solito
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2024
ISBN 9783462002928
Gebunden, 496 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Javier Zamora wächst in einer kleinen Stadt in El Salvador bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern sind vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen und leben in den USA, er kann sich kaum an sie erinnern. Eines Tages beauftragen sie einen Schlepper damit, ihren Sohn zu ihnen zu bringen, quer durch Mittelamerika. Als Javier abgeholt wird, rechnet er damit, dass die Reise zwei Wochen dauert. Er freut sich darauf, seine Eltern wiederzusehen - und kann sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommt. Er reist allein, inmitten einer kleinen Gruppe fremder Erwachsener, die für ihn auf dem monate-langen Trip zu einer Art Familie wird. Er erlebt lebensgefährliche Fahrten mit Booten, wandert in erbarmungsloser Hitze durch lebensfeindliche Wüsten, lernt, sich als ein anderer auszugeben, wird festgenommen und eingesperrt, steht vor schussbereiten Gewehren, erlebt Einsamkeit, Täuschungen, Gefahren - und, immer wieder, an unerwarteten Stellen auch Freundlichkeit, Hilfe, Liebe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2024

Rezensent Josef Oehrlein zeigt sich ganz begeistert von Javier Zamoras Buch über seine Flucht von El Salvador in die USA, die er möglichst präzise "mit therapeutischer Unterstützung" aufgeschrieben hat. Dabei geht Zamora chronologisch vor, lesen wir, erzählt, wie er den Eltern ins gelobte Land Amerika nachreisen soll, von Schleuser zu Schleuser weitergereicht wird und viele Rückschläge erleidet - schließlich kommt er in den USA an. Das Buch schaffe es, die ambivalente Rolle der Schleuser darzulegen, die sich mit ihrem Geschäft eine goldene Nase verdienen, ohne die Javiers Flucht aber auch nicht möglich gewesen wäre. In der deutschen Übersetzung bleiben viele spanische Begriffe unübersetzt, was trotz Glossar den Lesefluss stört, moniert Oehrlein. Dieses Buch zeige eindrücklich, dass die Flüchtlinge vor Gewalt und in der Hoffnung auf ein besseres Leben fliehen, anders als es zum Beispiel ein Donald Trump darstellt, schließt der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.07.2024

Ein Buch, das einen anders auf Migrationsschicksale blicken lässt, meint Katharina Döbler über Javier Zamoras "Solito". Er erzählt die Geschichte seiner eigenen Reise mithilfe eines Schleusers aus El Salvador in die USA. Ein Kind war Zamora damals noch, erläutert Döbler, das Buch schildert ausführlich und detailliert die Stationen des zweimonatigen Weges, der mal in Lastwagen und anderen Gefährten, mal zu Fuß durch die Wüste zurückgelegt wurde. Besonders beeindruckt ist Döbler von der Wucht der sinnlichen Details in diesem Buch. Man merkt, findet sie, dass Zamora Lyriker ist und Sprache gezielt einzusetzen versteht. Ein großes literarisches Werk über Migration hat Zamora geschrieben, eines, das die Wahrnehmung unserer Welt verändern kann, da ist sich Döbler sicher.

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