Was wollten die Nazis im brasilianischen Urwald? Was treiben deutsche Förster heute am Amazonas? Deutsche Wissenschaftler und Naturschützer unternahmen zwei gegensätzliche Expeditionen, um eine abgelegene Region des brasilianischen Amazonasgebietes an der Grenze zu Französisch-Guayana zu erschließen. Die eine fand von 1935 bis 1937 unter Leitung des Geologen und späteren SS-Offiziers Otto Schulz-Kampfhenkel statt und diente der Erkundung eines deutschen Brückenkopfes in Südamerika. Die zweite verfolgte gänzlich andere Ziele. Sie wurde geleitet von dem Förster Christoph Jaster, einem gebürtigen Deutschen, der inzwischen Leiter des Tumucumaque-Nationalparks ist, des größten Regenwald-Schutzgebietes der Welt. Spiegel-Korrespondent Jens Glüsing rekonstruiert das Unternehmen der Nazis anhand des Original-Expeditionsberichts, des Ufa-Films "Rätsel der Urwaldhölle" und zeitgenössischer Karten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2009
Eva Karnofsky geht mit dem Spiegel-Korrespondenten Jens Glüsing auf Spurensuche in Südguayana. Was Glüsing für seine Reportage an Ort und Stelle über die 1935 mit Hilfe deutscher Industrieunternehmen gestartete Expedition des späteren SS-Mannes Otto Schulz-Kampfhenkel herausfindet und in diesem Buch mit seinen eigenen Reiseerlebnissen und Erkenntnissen kreuzt, erscheint der Rezensentin höchst informativ und spannend. Vor allem schätzt sie Glüsings Auseinandersetzung mit der brasilianischen Tropenwaldpolitik. Die aktuellen und alten Fotos und Faksimiles findet sie hilfreich. Um die Reise besser nachvollziehen zu können, wäre ihr eine Karte willkommen gewesen.
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