Daniel Everett

Die größte Erfindung der Menschheit

Was mich meine Jahre am Amazonas über das Wesen der Sprache gelehrt haben
Cover: Die größte Erfindung der Menschheit
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2013
ISBN 9783421045942
Gebunden, 464 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Harald Stadler. Daniel Everett untersucht, wie Sprache entsteht und warum es solch eine unglaubliche sprachliche Vielfalt in der Welt gibt. Gestützt auf seine jahrelange Forschung im brasilianischen Amazonasgebiet, bei den Pirahã und anderen indigenen Völkern, kommt Everett zu einer revolutionären Erkenntnis: Eine Universalgrammatik, die angeboren und im menschlichen Gehirn verankert ist, gibt es nicht. Vielmehr entstehen Sprachen immer in einer speziellen Kultur, von der sie geformt und auf deren Bedürfnisse sie ausgerichtet ist. Deswegen folgen auch nicht alle Sprachen gemeinsamen grammatischen Prinzipien - eine Erkenntnis, mit der sich Everett gegen die herrschende Meinung der Linguistik stellt. Sprache, so ist Everett überzeugt, ist ein Werkzeug, das, ähnlich wie Pfeil und Bogen, vom Menschen erfunden wurde. Die größte Erfindung der Menschheit.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.08.2013

Etwas enttäuscht trotz aller Begeisterung für das rhetorische Talent und die Sachkenntnis des Autors Daniel Everett geht Katharina Granzin aus der Lektüre von Everetts Versuch hervor, gegen die Sprachformalisten um Noam Chomsky ins Feld zu ziehen und argumentativ an Austins Sprechakttheorie anzuschließen. Zu polemisch trotz lebendiger Grundlagenvermittlung und gewissenhafter Forschungsrelevanz erscheint ihr der Band in seiner Anlage. Dabei weiß Granzin den Autor durchaus in der Lage, eine Synthese zu wagen zwischen den sich seit je bekämpfenden linguistischen Schulen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2013

Wolfgang Krischke scheint Daniel Everetts Forschungsergebnisse und Hypothesen über die Sprache als kulturelles Produktund die Sprache der Pirahã am Amazonas mit Vorsicht zu genießen. Auch weiß er, dass Everett mit seinen Koryphäen wie Chomsky und Pinker widersprechenden Ideen kein Neuland betritt. Allerdings, so räumt der Rezensent ein, gehe der Autor recht weit, indem er auch die Grammatik als Produkt der Lebensumstände des Sprechers sieht und kein autonomes Sprachzentrum anerkennt. Anregend findet Krischke Everetts Ritt durch die Sprach- und Kognitionsforschung, doch erscheint ihm der Band unfertig insofern, als ihm vieles unverbunden und oberflächlich vorkommt.

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