Der junge Krieger Madarejúwa Tenharim ist einer der letzten Herren des Amazonaswaldes. Sein traditionsreiches Volk umfasste einmal mehr als 10.000 Menschen, ist aber auf knapp 1.000 geschrumpft. 2013 ist ihm der Zeit-Journalist Thomas Fischermann zum ersten Mal auf einer Expedition begegnet. Seither ist Fischermann mehrfach pro Jahr in die Gegend gereist, wurde als erster Weißer zu heiligen Stätten des Volkes geführt, hat am Leben der Tenharim teilgenommen und hunderte Stunden Interviews geführt und aufgezeichnet - mit Madarejúwa selbst, den Häuptlingen, Heilern und den Stammesältesten.
"Der letzte Herr des Waldes" ist aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Madarejúwa erzählt - aufgeschrieben von Thomas Fischermann. Es geht in den Erzählungen des jungen Kriegers auf die Jagd nach Wildschweinen und Affen, in den Kampf mit Jaguaren und Anakondas, an mystische Stätten zu Ritualen und Festen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2018
Nicht von dem reißerischen Titel abschrecken lassen, warnt Karl-Heinz Kohl vor, denn das Buch des in Brasilien lebenden deutschen Journalisten Thomas Fischermann ist ein wichtiges, versichert der Rezensent. Anhand des Schicksals eines jungen Indianers führt ihm der Autor anschaulich vor Augen, was die Abholzung des Amazonaswaldes für deren indigenen Einwohner bedeutet. Klug findet der Kritiker vor allem die Entscheidung Fischermanns, den Großteil des Buches aus der Innensicht von Madarewuwa Tenharim erzählen zu lassen und diese nur mit einigen Zwischenkapiteln, Kommentaren und Fußnoten zu ergänzen. So erfährt Kohl hier nicht nur, wie die Auseinandersetzungen mit Weißen und die von diesen eingeschleppten Krankheiten die Bevölkerungszahl der Tenharim auf ein Zehntel reduzierten und lernt viel über Lebensweise und Kultur des Amazonasvolkes, sondern er liest auch, wie selbstverständlich Madarewuwa mit Smartphone und anderen Errungenschaften aus der Welt der Weißen umgeht. Ein lesenswertes Porträt eines indigenen Volkes jenseits der gängigen Stereotype, lobt er.
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