Aus dem Englischen von Laura Su Bischoff. Als Michael Brown sich 1976 bei den Awajún ansiedelte, war er beeindruckt von der Lebhaftigkeit und dem Einfallsreichtum seiner Gastgeber. Doch seine Forschungen führten ihn auch in die dunklen Abgründe einer Welt, in der Blutrache, Angst vor Hexerei und Selbstmorde an der Tagesordnung waren. Der bewaffnete Aufstand der Gruppierung Leuchtender Pfad in den 1980er Jahren zwang den Autor dazu, seine Arbeit an anderer Stelle fortzuführen. Jahrzehnte später nahm er die frühen Aufzeichnungen wieder zur Hand und entdeckte noch eine andere Geschichte. Sie handelt davon, wie eine Stammesgesellschaft, gelegentlich erfolglos, versucht, im Angesicht der immer näher rückenden Grenzen eines expandierenden Kapitalismus die eigene gesellschaftliche Ordnung zu bewahren. Neugierig, wie es den Awajún in der Zwischenzeit ergangen war, kehrte Brown deswegen 2012 an die Stätte zurück, wo er einst ein Volk fand, dessen streitlustiges Selbstbewusstsein es an die Spitze des südamerikanischen Kampfes für die Rechte indigener Völker gebracht hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2015
Karl-Heinz Kohl erlebt den Ethnologen Michael F. Brown in seinem Buch über die Awajún in Peru als Chronisten der Veränderungen innerhalb der von ihm seit 1976 untersuchten Kultur. Wunderbar erscheint Kohl das Buch, da es dem Autor gelingt, die eigene Lebens- und Schaffensgeschichte mit den Etappen dieser Entwicklung zu verknüpfen und so etwas wie die Hoffnung zu formulieren, dass die Ethnologie dazu beitragen kann, bedrohte indigene Gesellschaften sichtbar zu machen und sie zu unterstützen. Dass der Autor bei seiner Arbeit nicht zu falschen Idealisiserungen neigt, rechnet ihm der Rezensent überdies an.
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