Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Er ist Agent der Unité, einer geheimen Parallelpolizei, die zu einem Staat im Staate geworden ist, ein Mann fürs Grobe, der nicht viele Fragen stellt. Aber Berthet ist in Ungnade gefallen. Vielleicht, weil er zu viel weiß, vielleicht aber auch, weil seine Besessenheit von der jungen Staatssekretärin Kardiatou Diop die Pläne der Unité zu stören droht. Denn die Unité dient schon lange eher sich selbst als der Verteidigung der Demokratie.Berthets Marotten konnte man hier lange tolerieren, aber nun ist seine zweifelhafte Zuneigung zu Diop zum Problem geworden: Sie soll ausgeschaltet werden, denn sie ist Gegenkandidatin von Agnès Dorgelles, der Chefin des rechtsextremen Patriotischen Blocks, bei den Kommunalwahlen in einer Gemeinde in Zentralfrankreich. Wie ein Schutzengel, von weitem und ohne dass sie davon weiß, hat Berthet Diop seit Jahren beschützt und gefördert. Und wenn die Unité ihr ans Leder will, wird sie an ihm nicht vorbeikommen …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2020
Hannes Hintermeier stellt klar, dass es sich bei Jérôme Leroys Roman "Der Schutzengel" schon noch um einen Krimi handelt, und zwar um einen ziemlich harten. Aber eben auch um einen Genre-sprengenden Roman voller Schönheit und Poesie. Leroy skizziert in "Der Schutzengel" die Geschichte eines Agenten und Killer, der für eine geheime Staatsorganisation arbeitet und zum Missvergnügen seiner Vorgesetzten die Pläne eben dieser "Unité" durchkreuzt, als er eine junge schwarze Politikerin vor mörderischen Intrigen beschützt. Komplexer Stoff, freut sich Hintermeier, vieles klärt sich erst ganz am Ende auf. Aber wie literarisch und politisch versiert Leroy hier die Legende vom tiefen Staat neu verfasst, das hat den Rezensenten ungemein beeindruckt.
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