Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel. Muss ein echter Junge Football spielen? Crash Coogan ist ein Football-Ass - der Touchdown-Rekordhalter und unangefochtene Star der Schulmannschaft. Sein Mitschüler Penn ist das genaue Gegenteil von Crash: Penn und seine Eltern sind Quäker, sie gucken niemals Fernsehen und verabscheuen jede Gewalt. Obwohl Crash und Penn also völlig verschieden sind, verbindet sie eine unerklärliche Anziehungskraft. Doch erst als ein neues Mädchen in ihre Klasse kommt und Penn all den sportlichen und coolen Sportfreunden von Crash vorzieht, kommt der Footballstar ins Grübeln .
"Warum haben Jungs bloß so tolle Namen?" ruft Angelika Ohland aus und schwärmt weiter: "Crash! Das ist nicht einfach nur ein Name, sondern eine Krone, ein Orden, ein Schutzschild". Jerry Spinelli gilt ihr als der "König der Nonkonformisten", selbst wenn er sich dem Klischeethema des footballfanatischen Siebtklässlers widme. Seine "praktische Allzweckwaffe" gegen die Zwänge der Jungsmythen sei die Figur des Großvaters, der aus Erfahrung wisse, was Crash umtreibt. Spinelli ist ein "richtig tolles Jungsbuch" gelungen, lobt Ohland und fragt sich abschließend, ob das auch Mädchen interessiert. Ihr pragmatischer Tipp: "Ausprobieren kostet ja nichts".
In "Crash" macht ein Siebtklässler aus einem amerikanischen Provinznest seit dem Tag, da er einen Football-Helm geschenkt bekam, seinen Namen zum Programm, berichtet Rezensent Siggi Seuß. Überall dort, wo er auf dem Spielfeld aufkreuzt, "wächst kein Graß mehr", berichtet Seuß und stellt die Frage: Wer erfindet einen solchen Helden in einer derart spießigen Umgebung und lässt ihn noch dazu "frei von der Leber weg" und offenbar häufig recht nervtötend von sich selbst berichten? Jerry Spinelli natürlich, den Seuß als den Matt Groening der amerikanischen Jugendliteratur bezeichnet. In dem Buch voller Karikaturen des American way of life gehe es, wie immer bei Spinelli, um den "Einbruch des Nonkonformen in das allmächtige Regime der Anpassung", erläutert Seuß, und beendet seine Rezension mit dem Hinweis darauf, dass dieses Thema kein rein amerikanisches sei.
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