Aus dem amerikanischen Englisch von Karin Diemerling. Sein mysteriöses Verschwinden hat Football-Star Zeb Williams zu einer Legende gemacht: 1984 schnappte er sich kurz vor Spielende den Ball und rannte damit einfach aus dem Stadion. Seitdem ist er verschollen. Wie Elvis wird er immer mal wieder gesichtet. Alice Vega, Spezialistin im Auffinden verschwundener und entführter Personen, spürt Zebs letzten Aufenthaltsort auf: Die kleine Gemeinde Ilona, Oregon, wo die radikalen Liberty Boys das eigentliche Sagen haben. Als Vega beginnt, in der Vergangenheit des Ortes zu graben, deckt sie verstörende Geheimnisse auf, die nicht nur sie in Gefahr bringen …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.05.2024
Eine gute Bahnfahrtlektüre ist laut Sylvia Staude Louisa Lunas neuer Krimi. Im dritten Fall der Privatdetektivin Alice Vega geht es nur zu Beginn um einen spurlos verschwundenen Footballspieler, erfahren wir; als Vega dessen Spur nach Oregon verfolgt, stößt sie stattdessen auf ein von rechtsradikalen Jugendlichen terrorisiertes Kaff. Den Proud Boys sind diese Fascho-Jungs offensichtlich nachempfunden, weiß Staude, und Vega räumt recht resolut mit ihnen auf. Neben knallharter, selbstjustiznaher Action gibt es jedoch auch ambivalent gezeichnete Figuren, freut sich Staude, unter anderem Vegas traumatisierten Kollegen Caplan. Ein interessantes Porträt des ländlichen Amerikas und des dort grassierenden rechten Unwesens, so das Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2024
Allzu rabiat geht in Louisa Lunas neuem Kriminalroman die Hauptfigur Alice Vega vor, findet Rezensent Hannes Hintermeier. Vega ermittelt zunächst in Sachen eines unter mysteriösen Umständen verschwundenen Footballspielers, tatsächlich dreht sich die Handlung jedoch, erfahren wir, vor allem um ein Provinzkaff, das fest in der Hand junger White-Power-Rassisten ist. Um diesen beizukommen, ist Vega laut Hintermeier jedes Mittel recht, auch Selbstjustiz der extremeren Sorte ist Teil der Handlung. Handwerklich gut gearbeitet ist das ja alles, gesteht der Rezensent ein, aber die arg simplistische Darstellung der jungen Nazis und die Haudraufmentalität der Hauptfigur hinterlassen bei ihm ein mulmiges Gefühl.
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